Rollen im Wandel

                                    
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                                    © Foto: EU CAP Network Barbara O’Connor (links), femail, und Cecilia Baurenhas, Regio-V, nahmen für das Team von „Rollen im Wandel“ in Brüssel den Preis entgegen.

                                    
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                                    © Foto: Natascha Soursos Das Regio-V-Projekt Rollen im Wandel ist nominiert für den ARIA-Award

                                    
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                                    © Foto: Regio-V Das Heft "Rollenwandel begleiten: Ideen für die Umsetzung" beschreibt eine bunte Palette an Aktionen für mehr Geschlechtergerechtigkeit.

                                    
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                                    © None Sieben Kurzvideos erklären, wie repräsentative Gemeindepolitik in Vorarlberg funktioniert. Für den Einsatz in Schulen gibt es ein Begleitheft.

                                    
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                                    © Foto: aha Die Ausgabe November 2024 des Fachmagazins Diskurs setzt sich mit Rollenbildern und Gleichberechtigung auseinander.

                                    
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                                    © Foto: Vorarlberger Familienverband Das FrauenInformationszentrum femail, die Regio-V, der Verein Amazone und der Vorarlberger Familienverband haben das Projekt Rollen im Wandel gemeinsam umgesetzt.

                                    
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                                    © Foto: www.meznar.media Peter Steurer, Regio-V, übergibt die Ideenkarten und Poster an Herbert Bitschnau (Bgm. Tschagguns und Standesrepräsentant Montafon), Bernhard Maier (Standessekretär), Elke Martin (Jugendkoordinatorin) und Alexander Zimmermann (Projektmanager).

                                    
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                                    © Bild: Regio-V Die Ideenkarten thematisieren mit einem Augenzwinkern vielfältige Perspektiven und geben erste Anregungen zu fünf Bereichen.

                                    
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                                    © None "Jede Familie soll selbst entscheiden können, wie sie ihre Rollen aufteilt", meint Claudia Röhner, die ihr Leben als Mutter und Führungskraft in Teilzeit meistert.

                                    
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                                    © Bild: KI generiert Bei verschiedenen Aktionen des Vorarlberger Familienverbands können Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen.

                                    
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                                    © Foto: Natascha Soursos Freiwillige aus dem Publikum stellten sich für eine "perfekte", vielfältige Gemeindevertretungsliste der Gemeinde Quell zur Verfügung.

                                    
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                                    © Foto Vivienne Causemann: Sarah Mistura Die Schauspielerin Vivienne Causemann (links) und die Wissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle diskutieren mit dem Publikum, wie es gelingen kann, eine repräsentative Wahlliste zu erstellen.

                                    
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                                    © None Beim Erzählcafé kommen anhand von persönlichen Erfahrungsberichten verschiedenste Rollenmodelle zur Sprache.

                                    
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                                    © None Wie es gelingt, mehr junge Frauen für die Politik zu begeistern, zeigt eine kürzlich erschienene Studie.

                                    
                                        Care-Aufgaben wie Kinderbetreuung sollen gerecht verteilt werden - hierfür setzen sich die Aktionen rund um den Equal Care Day am 29. Februar ein.
                                    
                                    © None Care-Aufgaben wie Kinderbetreuung sollen gerecht verteilt werden - hierfür setzen sich die Aktionen rund um den Equal Care Day am 29. Februar ein.

                                    
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                                    © Foto: Verein Amazone Am 24. Oktober erfahren Betriebe, wie sie Mädchen für eine Lehre begeistern, junge Mitarbeiterinnen fördern und alle Mitarbeitenden in ihrer beruflichen Zufriedenheit stärken können.

                                    
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Rollen im Wandel

Eigene Projekte LES 14-20

Projektträger:in Regionalentwicklung Vorarlberg eGen 6911 Lochau Webseite

27. Januar 2022
31. Oktober 2024

Gemeinschaftliche Lebensmodelle ausprobieren sowie Sensibilisierung für das Thema der Geschlechtergerechtigkeit

Mädchen auf dem Skaterplatz, ein Steuerberater als Tagesvater und eine Mutter als Obfrau des Fußballvereins: Das gibt es in Vorarlberg noch wenig. Dabei können anders verteilte Rollen und die Auflösung von Geschlechterrollenbildern für die Einzelperson, gesellschaftlich und wirtschaftlich von Nutzen sein, beispielsweise durch zufriedenere Eltern und ausgebildete Frauen, die als Fachkräfte zur Verfügung stehen oder lebendige Vereine, in denen sich unterschiedlichste Menschen für den Lebensraum engagieren.

Das Projekt „Rollen im Wandel“ wollte diese Potenziale nutzbar machen, Alternativen zur herkömmlichen Rollenverteilung vor den Vorhang holen und dazu einladen, diese auszuprobieren. Hierfür boten das femail, der Vorarlberger Familienverband und der Verein Amazone mit Unterstützung der Regionalentwicklung Vorarlberg vielfältige Angebote.

Damit alternative Rollenmodelle erlebbar werden, boten die drei Fachorganisationen Unterstützung bei der Umsetzung von Pilotaktivitäten. Dies waren neue Angebote wie ein Mädchentreff, Buchvorstellungen oder ein Podcast – je nachdem, was in der jeweiligen Gemeinde gerade am besten passte. Parallel dazu wurden den teilnehmenden Gemeinden Formate wie Vorträge, Workshops oder digitale Angebote zur Verfügung gestellt, die Möglichkeiten der Auseinandersetzung und Reflexion mit Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbilder und -stereotypen und Vielfalt eröffneten.

Kurzinfo (Folder) zum Projekt

Überblick zu den Projektergebnissen: Rollenwandel begleiten - Ideen für die Umsetzung

In Vorarlberg überwiegt das Modell der traditionellen Rollenteilung: Gemäß dem Vorarlberger Gleichstellungsbericht 2021 beziehen im österreichweiten Vergleich in Vorarlberg am wenigsten Männer Kinderbetreuungs- oder Karenzgeld und Frauen sind wesentlich häufiger „atypisch“ beschäftigt. In Vorarlberg waren 2019 insgesamt 71,6 Prozent der Frauen beschäftigt, davon 51,1 Prozent in Teilzeitbeschäftigung mit einem durchschnittlichen Arbeitsaufwand von rund 20 Stunden pro Woche. Frauen begründen Teilzeit vor allem mit der Betreuung von Kindern oder zu pflegenden Angehörigen sowie mit Aus- und Weiterbildungszwecken. Dabei sind Frauen meist gut ausgebildet – trotzdem unterbrechen sie ihr Erwerbsleben und setzen es dann häufig nur reduziert fort. Die Folge: Sie verdienen weniger, sind von ihren Partnern abhängig und sind insbesondere im Fall von Trennungen – wo sie in der Regel zu Alleinerzieherinnen werden – und im Alter armutsgefährdet oder von Armut betroffen.

Während die Vorarlbergerinnen österreichweit am wenigsten verdienen, verdienen die Vorarlberger am meisten. Dies gilt für Teilzeit- und für Vollzeitbeschäftigte. Unselbständig Beschäftigte Vorarlberger verdienten im Jahr 2019 durchschnittlich um 19.648 Euro mehr als Vorarlbergerinnen, im österreichischen Schnitt beträgt diese Differenz 13.743 Euro. Gehen Väter überhaupt in Karenz, dann viel kürzer und im Gegensatz zu den Frauen haben sie keine Einkommensverluste zu verzeichnen.

Bei der Wahl der Schule / des Schulzweigs sind die traditionellen Rollenbilder immer noch stark wirksam. Die wirtschaftsberuflichen höheren Schulen und die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik werden fast zu 100 Prozent von Mädchen gewählt. Auch die Wahl des Lehrberufes ist nach wie vor sehr traditionell geprägt. Bei Mädchen sind die drei beliebtesten Lehrberufe schon seit vielen Jahren: Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Nach jahrzehntelangem Bemühen, mehr Frauen in technische Berufe zu bringen, liegt der Beruf der Metalltechnikerin inzwischen an vierter Stelle der beliebtesten Lehrberufe.

Weitere geschlechterspezifische Unterschiede sind beispielsweise: Nur zehn Prozent der Alleinerziehenden sind in Vorarlberg Väter. Weniger als ein Drittel der Männer leisten in Österreich täglich Koch- und/oder Hausarbeit. Männer sind in Vorarlberg häufiger in organsierter Form in der Freiwilligenarbeit tätig als Frauen. Frauen sind deutlich stärker von psychischen Erkrankungen betroffen als Männer. Der Frauenanteil unter den Opfern in Bezug auf strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung beträgt 84,6 Prozent, Tendenz steigend.[1]

Von außerfamiliärer Kinderbetreuung wird immer häufiger Gebrauch gemacht, wenn auch das Angebot gerade in ländlichen Gemeinden noch immer sehr lückenhaft ist. Jedoch findet sich in der Gesellschaft noch oft die Ansicht, dass Mütter bevorzugt weniger Einkommen beziehen sollten, um sich um die Kinder kümmern zu können. So stimmen laut einer 2018 veröffentlichten Studie der Universität Wien[2] 63 Prozent der Befragten der Aussage zu: Das Familienleben leidet bei vollzeitberufstätiger Frau. Und 53 Prozent bejahten, dass Kinder bei einer berufstätigen Mutter wahrscheinlich leiden würden. Des Weiteren geben 40 Prozent an, dass sie folgender Aussage zustimmen: „Was Frauen wirklich wollen, ist Heim und Kinder.“

Alternativen Rollenmodellen wird bis dato in der Öffentlichkeit noch wenig Platz eingeräumt. Obwohl es auch in Vorarlberg Familien gibt, die derartige Alternativen leben, sind diese wenig sichtbar. Gerade diese Sichtbarkeit wäre jedoch wichtig, um Familien in ihren individuellen Wegen zu stärken.

Im ländlichen Raum sind Themen und Problemstellungen in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit häufig spezifisch gelagert. Oft fehlt es an Bewusstsein und an entsprechenden Strukturen, Anlaufstellen und Ansprechpersonen.

Dass sich die beschriebene Situation in Vorarlberg ändern sollte, ist politisch gewollt: Um die Gleichstellung von Frauen und Männern weiter voranzutreiben, entwickelte das Land Vorarlberg im Jahr 2008 gemeinsam mit den Sozialpartner:innen, Nichtregierungsorganisationen und Fachleuten aus Wirtschaftsunternehmen und Bildung den ersten Regionalen Aktionsplan (RAP) für die Jahre 2009-2013. Im Regierungsprogramm 2019 der Vorarlberger Landesregierung ist als ein Ziel verankert, die Rollen von Männern und Frauen ausgeglichen zu verteilen, um die Chance auf gerechte Lebensmodelle zu fördern. Für die Jahre 2019 bis 2023 beschloss die Landesregierung einen neuen Aktionsplan[3], der für die Bereiche Ausbildung, Erwerbsarbeit / Einkommen / soziale Situation, politische Partizipation sowie Hausarbeit und Kinderbetreuung eine Reihe an konkreten Maßnahmen vorschlägt.

[2] Universität Wien, Interdisziplinäre Werteforschung, 2018: Erste Ergebnisse der Europäischen Wertestudie, Teil 2: Arbeit und Familie, Folie 10.
https://www.werteforschung.at/fileadmin/user_upload/p_inter_werteforschung/EVS_Arbeit_Familie.pdf (abgerufen am 11.11.2024)

[3] Regionaler Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern in Vorarlberg 2019-2023:
https://vorarlberg.at/documents/302033/472097/Regionaler+Aktionsplan+2019+-+2023.pdf/5d62cd93-1bce-3443-c8af-84989ca05a71?t=1616163638702

Für femail, den Vorarlberger Familienverband und den Verein Amazone ist Geschlechtergerechtigkeit zentrales Thema in der täglichen Arbeit. Mit dieser Expertise sind die Fachorganisationen an der Umsetzung des Regionalen Aktionsplans für Gleichstellung von Frauen und Männern des Landes Vorarlberg beteiligt. Im Projekt „Rollen im Wandel“ hatten sich die Organisationen gemeinsam zum Ziel gesetzt, mit Unterstützung der Regionalentwicklung Vorarlberg das Thema Geschlechtergerechtigkeit insbesondere in ländlichen Räumen vor den Vorhang zu holen, Rollenbilder zunächst sichtbar zu machen, um sie anschließend auflösen zu können und neue Initiativen in die Gemeinden zu bringen. Anhand verschiedener Formate und Initiativen sollte das Projekt zeigen, dass Rollen nicht wie mehrheitlich üblich traditionell verteilt sein müssen, sondern dass es viele weitere Möglichkeiten gibt, wie das Zusammenleben in Partnerschaften und im Gemeindeleben gelingen kann.

Hierfür war es wichtig, in den Gemeinden gemeinsam mit verschiedenen Zielgruppen wie Jugendlichen, Familien, Betrieben und Gemeindevertreter:innen die Bedürfnisse zu erheben und entstandene Ideen pilothaft und praxisnah durch Initiativprojekte umzusetzen. Ziel war auch, diese Initiativen zu begleiten und aus den gemeinsamen Erfahrungen zu lernen.

Gleichzeitig war die Sensibilisierung für Geschlechtergerechtigkeit wesentlich, um langfristig eine gemeinschaftliche Rollenteilung positionieren zu können. Die Projektaktivitäten sollten den Fokus auf die Chancen legen, neuen, innovativen Ideen Raum geben und Menschen, die sich nicht täglich bewusst mit den Projektthemen auseinandersetzen, einen niederschwelligen Zugang hierzu ermöglichen. Das Projekt richtete sich an ein breites Publikum mit den drei Hauptzielgruppen Bevölkerung, Verantwortliche in den Gemeinden, Betriebe.

Zu Beginn des Projekts wurden interessierte Gemeinden und ihre Akteur:innen, etwa Betriebe, Vereine, Sozial- und Bildungseinrichtungen, im Rahmen eines Startworkshops intensiv an das Thema herangeführt: Welche sozialen Rollen werden in der Region wahrgenommen und was haben diese mit den Geschlechterrollen zu tun? Was müsste sich ändern, damit alle in der Gesellschaft sich gerecht behandelt fühlen? Wer in eurer Gemeinde möchte aktiv werden, damit sich etwas ändert? Auf Basis der Antworten passten die Projektpartner:innen ihre Angebote individuell auf die Ausgangssituationen und Bedürfnisse in den jeweiligen Regionen an.

Um Zusammenhänge zwischen Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Veränderungspotentialen für gerechtere Zugänge erlebbar zu machen, entwickelten die Fachorganisationen neue Aktivitäten und setzten diese um oder begleiteten Akteur:innen in den Regionen bei der Umsetzung neuer Aktivitäten – je nachdem, was in der jeweiligen Gemeinde oder Region gerade am besten passte. So entstanden beispielsweise ein Podcast und Buchvorstellungen. Die Initiatorinnen eines neuen Mädchentreffs wurden fachlich begleitet.

Parallel dazu stellten die Fachorganisationen den Gemeinden und weiteren Akteur:innen bestehende Formate wie Vorträge oder Workshops zur Verfügung, die Möglichkeiten der Auseinandersetzung und Reflexion mit Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbildern und Vielfalt eröffneten.

Eine Übersicht aller Formate, die die Fachorganisationen im Rahmen des Projekts anboten, wurde den Gemeinden und Regionen im Gebiet der Regio-V per Email und über das Internet zur Verfügung gestellt.

Die Projekt-Webseite www.regio-v.at/rollen-im-wandel informierte über Neuigkeiten, die Angebote der Fachorganisationen, die Initiativen im Rahmen des Projekts, Veranstaltungen sowie über die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Rollenbilder. Darüber hinaus wurde das Projekt über die Kanäle der Partner:innen sichtbar gemacht: Webseiten, Newsletter, soziale Medien. Für Akteur:innen in Gemeinden wurden Karten erstellt, die mit einem Augenzwinkern vielfältige Perspektiven zu fünf Bereichen rund um Geschlechtergerechtigkeit thematisieren und Umsetzungstipps geben (siehe 3.2.5). Die Ideenkarten wurden in den Projektregionen verteilt.

Alle Angebote im Projekt waren für die Teilnehmenden kostenfrei. Die entstandenen Kosten wurden über das Projektbudget oder über Kooperationspartner:innen, die an einzelnen Formaten beteiligt waren, abgedeckt.

Zur internen, organisationsübergreif