Vorarlberger Objekte mit regionalem Holzpreis für den Alpenraum ausgezeichnet

Die Vorarlberger Preisträger bei der Übergabe in Innsbruck. V.l.n.r: Wolfgang Hartmann, Obmann der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg; Michael Tinkhauser, Bürgermeister Bludesch; Lucas Thoma, Gebäudewart Bludesch; Architekt Johannes Kaufmann; Matthias Kaufmann; Walter Rüf, Vorstand Wälder Versicherung; Sebastian Haller, Baumeister Jürgen Haller
Die Vorarlberger Preisträger bei der Übergabe in Innsbruck. V.l.n.r: Wolfgang Hartmann, Obmann der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg; Michael Tinkhauser, Bürgermeister Bludesch; Lucas Thoma, Gebäudewart Bludesch; Architekt Johannes Kaufmann; Matthias Kaufmann; Walter Rüf, Vorstand Wälder Versicherung; Sebastian Haller, Baumeister Jürgen Haller
21.11.2018

15 Institutionen erhielten den “Regionalen Holzpreis für den Alpenraum”, darunter drei Vorarlberger Gewinner. Sie wurden für klimafreundliches Bauen mit regionalem Holz ausgezeichnet und unterstützen damit gleichzeitig lokale Wirtschaftsbetriebe.

Mit dem regionalen Holzpreis für den Alpenraum hat das CaSCo-Projekt herausragende Bauvorhaben ausgezeichnet. Prämiert wurden öffentliche und private Institutionen, die Gebäude oder Stadt- und Landschaftsmobiliar ganz oder teilweise aus regionalem Holz beschafft oder errichtet haben. Regionales Holz im Sinne des CaSCo-Projekts ist Holz, das in der Region gewachsen ist und im Laufe des Verarbeitungsprozesses über kurze Distanzen transportiert wurde. Das Holz muss außerdem aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen (z.B. gemäß den PEFC- oder FSC- Standards). Die Regionalentwicklung Vorarlberg eGen ist einer von 11 Projektpartnern.

Bewertungskriterien

Von Frankreich bis Slowenien wählten die sechs am CaSCo-Projekt beteiligten Regionen jeweils ihre Siegerprojekte aus. In Österreich wurden Projekte in Vorarlberg und im steirischen Joglland ausgezeichnet. Bewertungskriterien für den Wettbewerb waren die CO2-Einsparung gegenüber Holz unbekannter Herkunft, die Innovation und die Übertragbarkeit. „Wir wollen mit der Auszeichnung vorbildliche Objekte vor den Vorhang holen, die zeigen, dass die Verwendung von Holz aus der Region einen Mehrwert für lokale Unternehmen und gleichzeitig für den Klimaschutz bietet“, erklärt CaSCo-Koordinator und Jury-Mitglied Franz Rüf das Ziel der Auszeichnung.

Vorarlberger Preisträger

In Vorarlberg wurde die Gemeinde Bludesch in der Kategorie öffentliche Akteure für ihren Kinder- und Bildungscampus ausgezeichnet. Den Preis für die Kategorie private Akteure teilen sich die Zimmerei und Tischlerei Kaufmann aus Reuthe und die Wälder Versicherung aus Andelsbuch. Die Preisträger nahmen ihre Auszeichnungen am 20. November 2018 im Rahmen des zweiten Jahresforums der EU-Alpenraumstrategie in Innsbruck entgegen.

Kinder- und Bildungscampus Bludesch

Der Kinder- und Bildungscampus ist bisher das größte Infrastrukturprojekt der Gemeinde Bludesch. Vom Kindergarten über die Volksschule bis zum Familienzentrum beinhaltet er verschiedenste Betreuungs- und Familieneinrichtungen an einem Ort. Für das Bauvorhaben wurden rund 900 Kubikmeter Rundholz (40 Prozent Weißtanne, 60 Prozent Fichte) aus dem Gemeindewald sowie anderen Wäldern in der Gemeinde eingeschlagen und für den Unterbau und die Fassade verwendet. Die Sägerei und der Holzbaubetrieb sind rund 20 Kilometer von der Gemeinde entfernt.

Die Gemeinde und die beteiligten Betriebe erhalten als erste in Vorarlberg das Gütesiegel für Bauen mit regionalem Holz „Holz von Hier“. Der Campus wird im Sommer 2019 fertiggestellt.

Montagehalle der Zimmerei und Tischlerei Kaufmann

Die Zimmerei Tischlerei Kaufmann in Reuthe errichtete für die platzintensive Herstellung und Lagerung modularer Raumzellen eine neue Montagehalle. Sämtliche Holzprodukte für die Fassade, Wände und Dach (rund 900 Kubikmeter) wurden regional, größtenteils von direkt benachbarten Sägewerken bzw. Brettschichtholzherstellern bezogen. Es wurde ausschließlich heimisches Fichtenholz verwendet. Lediglich das Buchenleimholz für die fünf großen Dachträger des Hochlast-Fachwerks wurde aufgrund fehlender Hersteller in der Region aus Deutschland zugekauft. Sämtliches Bauholz wurde im eigenen Firmengelände verarbeitet.

Der Neubau der Montagehalle ist ein anspruchsvolles und ehrgeiziges Vorhaben, vor dem Hinter-grund der besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen eine Bauweise zu wählen, die eine möglichst regionale Prozesskette mit regionalen Lieferanten oder Herstellern ermöglicht.

Verwaltungsgebäude Wälder Versicherung

Alle Gemeinden im Bregenzerwald und alle Versicherungsnehmer sind Mitglieder und Teilhaber der Wälder Versicherung VaG. Deshalb spielte beim Neubau des viergeschossigen Bürogebäudes aus Holz die Wertschöpfung in der Region eine große Rolle. Es wurden ausschließlich Betriebe aus der Region beauftragt. Bei dem modernen Gebäude in Passivbauweise wurden etwa 600 Kubikmeter Holz verarbeitet, etwa die Hälfte davon aus der direkten Umgebung. Für die Fassaden und den Innenausbau wurde naturbelassenes, sägerauhes Weißtannenholz verwendet.

Das Projekt ist ein Vorzeigebeispiel für das Engagement des Bauherren für regionale Prozessketten. Der Verzicht auf einen hohen Weiterverarbeitungsgrad der verwendeten Holzsortimente ist hervorzuheben, da er direkt CO2-Emissionen vermeidet und die Potenziale für eine regionale Versorgung verbessert.

Weitere Informationen:

Alle 15 Siegerprojekte (in englischer Sprache)

Beschreibung Kinder- und Bildungscampus Bludesch

Beschreibung Montagehalle Zimmerei Tischlerei Kaufmann

Beschreibung Verwaltungsgebäude Wälder Versicherung