Aus der Region

Bauherr:innenpreis für das Museum Bezau

1. Dezember 2025


                        
                            Bauherr:innenpreis für das Museum Bezau
                        
                        © Foto: eselat - Joanna Pianka Das Museum Bezau (links Leiterin Theresia Fröwis) im Kreise der Gewinnerinnen des Bauherr:innenpreises 2025

Verantwortungsvolle Entscheidungen, langfristiges Denken und der Mut zu qualitätsvollen Lösungen: Für diese Haltung erhielt das Museum Bezau Ende November den Bauherr:innenpreis 2025. 

Seit 1967 würdigt der Bauherr:innenpreis der Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs Bauherr:innen, die Architektur als gemeinschaftliche Aufgabe verstehen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Baukultur leisten. In 2025 zählt das Museum Bezau zu den sieben ausgezeichneten Projekten. Die Preisverleihung fand am 28. November in Wiener Neustadt statt.

Baukünstlerische Tradition weiterentwickelt

Der Bregenzerwald hat sich über Jahrzehnte einen Ruf als Ort qualitätsvollen Gestaltens und handwerklicher Präzision erworben. Weniger bekannt ist seine lange baukünstlerische Tradition: Bereits in der Barockzeit war die Region ein bedeutendes Ausbildungszentrum, aus dem Baumeister wie Michael und Peter Thumb oder Franz Beer von Bleichten hervorgingen und weit über Vorarlberg hinaus wirkten.

Im Bewusstsein dieser Geschichte entstand in Bezau schon vor rund hundert Jahren ein Heimatmuseum, untergebracht in einem typischen dreiteiligen Wälderhaus. Über die Jahrzehnte war das Gebäude jedoch stark reduziert. 2018 fiel die Entscheidung, das Museum nicht nur zu erhalten, sondern zeitgemäß weiterzuentwickeln. Mit den Architekten Innauer-Matt wurde ein Projekt begonnen, das von Beginn an auf gemeinsames Engagement setzte: Ehrenamtliche, Vereine und regionale Handwerksbetriebe trugen wesentlich zum Gelingen bei.

Neugestaltung als gemeinsamer Prozess

Der ehemalige Stadel wurde durch einen schlichten, sieben Meter langen Neubau ersetzt, der sich bewusst zurücknimmt und im Inneren eine überraschende räumliche Vielfalt entfaltet. Eine fein abgestimmte Wegeführung verbindet Neubau und historischen Strickbau aus dem 16. Jahrhundert zu einem Rundgang, der alte Substanz, niedrige Räume und verrußte Wände ebenso einbindet wie helle, flexibel nutzbare Ausstellungsflächen. Auch kontrovers diskutierte Entscheidungen – etwa gekalkte Holzwände zugunsten langfristiger Nutzbarkeit – zeugen von sorgfältiger Abwägung.

Der Bauherr:innenpreis würdigt dieses Projekt nicht nur als gelungenes Bauwerk, sondern als beispielhaften Prozess. Das Museum Bezau steht für eine engagierte Bauherrschaft, die mit begrenzten Mitteln, Offenheit für Dialog und hoher gestalterischer Verantwortung Baukultur weiterdenkt – und damit ein starkes Zeichen für die Region setzt. Die Umgestaltung des Museums Bezau wurde im Rahmen eines LEADER-Projekts gefördert.

Mehr Infos zum Bauherr:innenpreis 25

Website Museum Bezau

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