Weichenstellung für das Salvatorkolleg

Eine Entscheidung in Richtung Zukunft des Salvatorkollegs ist gefallen: Der Orden beauftragt ein Immobilienunternehmen mit der Entwicklung eines Quartiers und der Bewirtschaftung des Bestandsgebäudes.
Eine Entscheidung in Richtung Zukunft des Salvatorkollegs ist gefallen: Der Orden beauftragt ein Immobilienunternehmen mit der Entwicklung eines Quartiers und der Bewirtschaftung des Bestandsgebäudes.
21.10.2021

Der Salvatorianerorden hat Ende September auf Wunsch der Gemeinde Hörbranz entschieden, die Standortentwicklung im Bereich des Salvatorkollegs in Lochau-Hörbranz an ein Immobilienunternehmen zu beauftragen. Dieser Meinungswechsel innerhalb der Ordensleitung führt zu einer Neuorientierung des Vereins zur nachhaltigen Nutzung des Salvatorkollegs. Im LEADER-Projekt Neue Nachbarschaft wird der Fokus nun ausgeweitet.

Der Orden bleibt bei seinem Vorhaben, möglichst bis zum Jahresende 2021 das Salvatorkolleg zu verlassen. Der laufende Betrieb soll zunächst weitergehen. Das Mädcheninternat der Landesberufsschule und die übrigen Nutzer, wie z.B. Vereine, sollen ihre bisherigen Räumlichkeiten nutzen können. Das Immobilienunternehmen wird auch damit beauftragt, die bestehende Immobilie zu vermarkten und die Flächen zu vermieten. Die Gemeinde erhält die Möglichkeit, diesbezüglich Vorschläge einzubringen.

Weiteres Konzept für das Salvatorkolleg

Das Immobilienunternehmen plant, in den kommenden drei Jahren einen Entwicklungs- und Bebauungsplan zu erarbeiten und dem Orden vorzulegen. Die Projektentwicklung für das denkmalgeschützte Gebäude und das unmittelbar angrenzende Areal soll unter Miteinbeziehung aller wesentlichen Akteure rund um den Standort erfolgen. Der Orden wird diesen Prozess bis zu einer endgültigen vertraglichen Vereinbarung – vorgesehen ist eine Weiternutzung des Geländes im Baurecht – weiter aufmerksam begleiten.

Mit dieser Entscheidung rückt der Orden nach intensiven Beratungen von einer langen und engen Zusammenarbeit mit dem „Verein zur nachhaltigen Nutzung des Salvatorkollegs“ ab. Alle Beteiligten werden aber mit Vertreter*innen des Vereins umgehend das Gespräch suchen und sicherstellen, dass im bevorstehenden Planungsprozess die Überlegungen des Vereins zur Umsetzung eines Modells der genossenschaftlich organisierten Lebensraumgestaltung in die künftige Konzeption einfließen.

Neuausrichtung des Vereins

Der Verein zur nachhaltigen Nutzung des Salvatorkollegs bleibt bestehen. Dies beschlossen die Mitglieder bei der Generalversammlung am 8. Oktober. Seinen bisherigen Zweck hat der Verein erfüllt: Im Dialog mit dem Orden, der Region und potentiellen Nutzer*innen eine der Region, der Gesellschaft und deren nachhaltige Entwicklung dienende, selbsttragende Nutzung der Gesamtliegenschaft zu sichern. Als zentrales Ergebnis der dreijährigen Arbeit des Vereins liegt mit "Kloster3000" ein zukunftsträchtiges Konzept für die Nachnutzung des Salvatorkollegs vor, für das bisher über 340 Familien ihr Interesse bekundet haben.

Für den Verein werden jetzt neue Statuten erarbeitet. Voraussichtliches neues Ziel soll sein, ein genossenschaftlich organisiertes Wohnprojekt in Vorarlberg umzusetzen. Die Neuorganisation des Vereins soll bis Februar nächsten Jahres abgeschlossen sein. Obmann Franz Rüf bekräftigt die Dialogbereitschaft: „Auch zukünftig werden wir Vereinsmitglieder gerne zum Austausch über die Nachnutzung des Salvatorkollegs zur Verfügung stehen.“

Schwerpunkte von Neue Nachbarschaft bis nächsten Sommer

Das LEADER-Projekt Neue Nachbarschaft der Regio-V wird sich nun verstärkt den Chancen genossenschaftlichen Wohnens in Vorarlberg im Allgemeinen widmen. Hierzu wird das Projekt bis Ende Juni nächsten Jahres verlängert. Ein Schwerpunkt wird in den kommenden Monaten die Erstellung eines Leitfadens für Initiativgruppen, Gemeinden und Land zur gemeinschaftlich organisierten Lebensraumgestaltung sein. Auch sind verschiedene Veranstaltungen in Vorbereitung: Exkursionen zu Referenzprojekten im deutschsprachigen Raum, Vorträge mit Diskussion und Planspiele.

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Kloster Salvator