Was zweckfreie Räume bewirken
1. Oktober 2026
Projekt
Zehn Menschen aus fünf Regionen in ganz Österreich und zwei Stunden Zeit im virtuellen Raum: Der zweite offene Austausch zu den Themen Selbstwirksamkeit und Wertschätzung war für die Teilnehmenden bereichernd. Die Regio-V hatte Ende September im Rahmen des WERTstätten-Projekts zu einem „sinnvollen aber zweckfreien Raum“ eingeladen.
Mit dem WERTstätten-Projekt möchte die Regio-V dazu beitragen, dass mehr Menschen aktiv zum Gelingen der Gemeinschaft beitragen. Hierzu gibt es unterschiedliche Angebote für verschiedene Zielgruppen wie Vorträge für die breite Öffentlichkeit, das Beteiligungsformat „Machbarschaften“ oder eine Seminarreihe für Führungspersonen. Mit halbjährlichen Austauschtreffen lädt die Regio-V Menschen aus LEADER-Regionen in ganz Österreich und Netzwerkpartner:innen in Vorarlberg zur ergebnisoffenen Begegnung im virtuellen Raum ein.
Räume öffnen für mehr Selbstwirksamkeit
Die Einstiegsfrage zur wahrgenommenen Veränderung im letzten halben Jahr rund um Selbstwirksamkeit und Wertschätzung gab ein erstes Stimmungsbild zu den derzeit wichtigen Themen und Fragen. So müsse beispielsweise ein Umdenken stattfinden: Gemeinden und Regionen sollten nicht mehr nur Bevölkerungswünsche umsetzen, sondern Raumöffner sein für die Selbstwirksamkeit von Menschen. Doch wie gelingt es, mehr Menschen zu Engagement zu motivieren?
Bei der anschließenden Diskussion zu drei Anliegen aus der Runde der Teilnehmenden kristallisierten sich einige zentrale Aussagen heraus. Öffentliche Akteur:innen wie Gemeinden und Regionen müssen den Mut aufbringen, gewohnte Wege zuzulassen, Verantwortung abzugeben und Engagement zu ermöglichen. Damit Menschen gemeinsame Anliegen finden, braucht es zwecklose Räume, in denen sie sich begegnen und einander zuhören können. Ein Beispiel hierfür sind die „Machbarschaften“, die derzeit in immer mehr Gemeinden in Vorarlberg Menschen in den Austausch und ins Tun bringen.
Fragen, schweigen und die Vorstellungskraft wecken
Um neue Antworten zu finden, hilft es, andere Fragen zu stellen, die zu Gesprächen über wirklich wichtige Themen anregen und neugierig machen. Auch kann es gut sein, eine Frage auf sich wirken zu lassen: „Sich einer Frage zu stellen“, statt nur „eine Frage zu stellen“ – und dabei auch Stille auszuhalten. Ein weiteres Mittel, um Menschen ins Boot zu holen, können Geschichten sein. Sie können Menschen helfen, über eine Hürde zu gehen und das Unbequeme zu überwinden. Wirksam ist es dabei auch, die Vorstellungskraft zu wecken: Alles, was man sich vorstellen kann, ist möglich.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Der zweckfreie Austausch war für alle bereichernd. So hat beispielsweise Andreas Hunger von der LEADER-Region Mühlviertler Alm zwei Seiten voller nützlicher Impulse für seine Arbeit mitgenommen, die ihm bei der Herausforderung helfen, einen Kulturwandel in Richtung mehr Kooperation und Gemeinschaft zu fördern. Das nächste Treffen findet im Frühjahr 2027 statt – Interessierte sind herzlich willkommen.
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