Werkstatt fürs Tal: Gemeinsam Zukunft machen im Großen Walsertal
13. Oktober 2026
Projekt
Das Festival für Zukunfts.Gestaltung und Begegnung brachte im Großen Walsertal Anfang Oktober während einer Woche Menschen zusammen, förderte neue Perspektiven und lud ein, um einfach zu machen.
Wie wollen wir im Großen Walsertal leben, wohnen und unseren Lebensraum gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Festival „Werkstatt fürs Tal“, das vom 5. bis 11. Oktober an verschiedenen Orten im Biosphärenpark Großes Walsertal stattfand. Zukunfts.Dialoge, ein Labor für geteilte Verantwortung und Formate für nachhaltiges Machen schufen Raum für neue Begegnungen, Perspektiven und den guten Austausch.
Sich einbringen, einander begegnen, sich von Unterschiedlichkeiten bereichern lassen: Diese Haltung wird von allen Gemeinden im Großen Walsertal getragen und steht auch im Zentrum der alle zwei Jahre vom Team der zugehörigen Biosphärenpark Großes Walsertal GmbH organisierten Werkstatt fürs Tal. Das Festival unterstützt die Region dabei, eine Kultur der gemeinschaftlichen Entscheidungen und der geteilten Verantwortung zu stärken.
Zukunft gemeinsam denken
Im Rahmen des „Labors für geteilte Verantwortung“ kamen Menschen aus dem Tal, aus Vorarlberg und darüber hinaus zusammen. Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Kultur, Kreativwirtschaft, Wissenschaft und weiteren Bereichen verknüpften unterschiedliche Perspektiven und loteten mögliche Handlungsansätze aus. Künstlerische und gestalterische Beiträge eröffneten dabei neue Zugänge zu gesellschaftlichen Fragestellungen.
Die Zukunfts.Dialoge zu den Themen Kulturlandschaft und Wohnen brachten persönliche Bedarfe, Erfahrungen und Perspektiven zusammen – über Generationen und verschiedene Lebensentwürfe hinweg. Dazu war auch der „Beirat fürs Tal“ als bestehender Bürger:innnen-Beirat des politischen Regionalvorstands mit dabei. Ebenso wurden Bewohner:innen aus dem Vorarlberger Süden – das sind 37 Gemeinden, die miteinander kooperieren – eingeladen, um die Sichtweisen über die Regionsgrenzen hinweg auszutauschen.
Über den Zufall und den Austausch ins Tun
Mit dem Format „Machbarschaft“ aus dem WERTstätten-Projekt richtete sich das Festival an alle, aber auch gezielt an junge Menschen. Sie konnten eigene Anliegen und Ideen für eine lebenswerte Region einbringen. Gemeinsam wurden Ansätze für deren Umsetzung in ihren eigenen Handlungsspielräumen ausgetauscht: von der Nutzung leerstehender Räume über ein mobiles Kino und einen gemeinschaftlichen Brotbackofen bis hin zu einer jugendlichen Austauschgruppe. Im November kommen alle Interessierten erneut zusammen, um die Ideen in konkrete Umsetzungen zu bringen.
Die Formate der Werkstatt fürs Tal laden alle ein. Egal ob im Tal lebend oder zu Gast auf Zeit. Zudem werden Menschen über eine Zufallsauswahl kontaktiert und zum Austausch eingeladen. Eine Teilnehmerin der Machbarschaft fasste es so zusammen: „Ich bin seit einigen Monaten zugezogen, möchte mich ehrenamtlich einbringen und wusste bisher nicht genau, wo ich anklopfen soll. Einen Brief der Region zu erhalten, der mich einlädt, meine Anliegen einzubringen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, ist schon etwas ganz Besonderes.“
Abgerundet wurde das Programm durch lockere Begegnungsmöglichkeiten wie der musikalischen Walser Session in der ehemaligen Novabar (jetzt Fairclub), die zum Austausch und Feiern einluden.
Die Werkstatt fürs Tal fand als zentrales Ergebnis des LEADER-Projekts "Übergänge gestalten" erstmals im Jahr 2022 statt. Seitdem hat sie sich als zweijährig wiederkehrendes Festival im Großen Walsertal etabliert. Die diesjährigen Formate machten erneut unterschiedliche Wege sichtbar, die Zukunft des Biosphärenparks gemeinsam zu gestalten – vom ehrlichen Austausch über kreative Ideen bis hin zu konkreten Schritten im Alltag. Denn eine lebenswerte und nachhaltige Region entsteht dort, wo Menschen Werte und Verantwortung teilen, sich vertrauen und solidarisch unterstützen.
Übersicht