GE_NOW-Projekt: Kreative Formate fördern Klimaschutz und Biodiversität
25. Juni 2026
Projekt
Das Interreg-Projekt GE_NOW endet nach drei Jahren mit einem klaren Fazit: Kreative, niederschwellige Formate und regionale Vernetzung können Menschen bei den Themen Klimaschutz und Biodiversität zum Umdenken und Handeln bewegen, auch über Landesgrenzen hinweg. Die Ergebnisse des Projekts fließen nun in eine neue Kooperations-Plattform für nachhaltige Entwicklung im Biosphärenpark Großes Walsertal (AT) ein.
Von Mai 2023 bis April 2026 setzten die sechs Regionen Brandnertal, Großes Walsertal, Klostertal-Arlberg, Montafon und Walgau in Vorarlberg sowie Prättigau/Davos in Graubünden mit dem Interreg Projekt „GE_NOW“ auf innovative Formate. So sollte der Schutz von Klima und Biodiversität im Alpenraum niederschwellig zugänglich und erlebbar werden. Inhaltlich leitete die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW das Projekt, organisatorisch die Regionalentwicklung Vorarlberg.
Rund 1500 Personen machten mit
Die beiden aufwendigsten Veranstaltungen waren zwei Festivals rund um das Thema „Nachhaltiges Handeln“. Rund 550 Besucherinnen und Besucher informierten sich 2024 und 2025 bei den Festivals „Klimamarkt“ in Ludesch/AT und „Dra bliibä für Natur und Klima“ an der EMS Schiers/CH über regionale Lösungen, von klimafreundlicher Ernährung bis zu naturnahen Gärten. Keynotes von Meteorologen wie Marcus Wadsak (ORF) und Gaudenz Flury (SRF) sowie Workshops zu Upcycling und Moorschutz machten komplexe Themen greifbar. Seppi Neubauer griff in seinem Kabarett „Heiße Liebe“ die Herausforderungen der Klimaanpassung mit viel Humor auf und regte das Publikum gleichzeitig zum Nachdenken an.
Spielerisch näherten sich 2024 rund 300 Schülerinnen und Schüler aus Vorarlberg und Graubünden in der Challenge „KlimAktion!“ dem Thema Klimaschutz. Drei Wochen lang reduzierten sie ihren CO₂-Fußabdruck, etwa durch weniger Handyzeit oder klimafreundliche Ernährung. Am einfachsten und zugleich nach außen am wirkungsvollsten war die Aktion „Ferien für den Rasenmäher“. Im Mai 2025 und 2026 ließen insgesamt rund 700 Haushalte, Betriebe und Gemeinden ihre Rasenflächen ungemäht. So förderten sie grenzüberschreitend die Artenvielfalt und das Bewusstsein für naturnahe Gärten.
In der Ideenwerkstatt „AlpenGlut“ entwickelten schließlich im Januar 2026 auf der Bielerhöhe im Montafon 14 engagierte Persönlichkeiten aus den Projektregionen Zukunftsbilder für den Alpenraum, von der Stärkung der Grundbeziehungen zwischen Natur und Menschen bis zur Notwendigkeit, Experimentierräume für innovative Projekte im Umgang mit Klimawandel und Biodiversität zu schaffen. Die Ergebnisse fließen nun in die neue Plattform „BiosVäre“ ein.
Erkenntnisse weitertragen
Das online verfügbare Handbuch „GE_NOW-Projektkompass“ fasst zentrale Erkenntnisse von GE_NOW zusammen. Es zeigt, dass Breitenwirkung Zugpferde braucht – prominente Keynote-Speaker:innen oder Kooperationen mit etablierten Events. Niederschwellige Formate überzeugen ebenfalls: Challenges wie „Ferien für den Rasenmäher“ brechen gesellschaftliche Konventionen wie den „perfekten Rasen“ auf und motivieren spielerisch zur Teilnahme.
„Wie kommen wir ins Handeln? Nachhaltigkeit lebt davon, dranzubleiben“, betont die Projektleiterin Birgit Reutz von der ZHAW. „Kurzfristige Aktionen wecken Interesse, doch erst regelmäßige Impulse – beispielsweise jährliche Challenges oder Vernetzungsformate – unterstützen nachhaltige Verhaltensänderungen und fördern den Erfahrungsaustausch.“ Projektleiterin Aurelia Ullrich-Schneider von der Regio-V ergänzt: „Wir haben gelernt, dass die von uns angebotenen Aktionen am besten ankommen, wenn sie an die Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Menschen angepasst sind, die wir erreichen wollen“.
Die Projektergebnisse von GE_NOW sollen in die neue Plattform „BiosVäre“ im Biosphärenpark Großes Walsertal einfließen, die sich im Aufbau befindet. Als „Möglichkeitsraum“ für nachhaltige Entwicklung will die BiosVäre auf experimentelle Formate, Vernetzung von ländlichen und urbanen Akteur:innen setzen und gemeinsames Lernen ermöglichen.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte mit Mitteln der EU über das Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein-Programm, der Schweiz und der Projektpartner:innen.
Download Handbuch „GE_NOW-Projektkompass”
