Auf den Spuren des Barockbaus im Bregenzerwald
12. März 2026
Vor 300 Jahren starb der Bregenzerwälder Barockbaumeister Franz Beer von Bleichten. Die Museen in Bezau und Au widmen ihm ein vielseitiges Jahresprogramm mit Ausstellungen, Vorträgen, Führungen und besonderen Veranstaltungen, die seine Zeit, sein Wirken und sein Umfeld aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
Auftakt mit Ausstellungen
Den Auftakt bildet am Samstag, 28. März um 17 Uhr die Ausstellungseröffnung „300 Jahre Franz Beer von Bleichten“ im Museum Bezau. Der Zeichner Ernst Steininger zeigt eindrucksvolle Porträts des Barockbaumeisters, seines Vaters Michael Beer sowie von Michael Thumb. Ergänzt werden die Arbeiten durch Darstellungen bedeutender Barockbauten und eröffnen einen künstlerischen Zugang zu einer prägenden Persönlichkeit der Barockzeit.
Unter dem Titel „Adel verpflichtet“ rückt vom 15. Mai bis 31. Oktober im Barockbaumeister Museum Au eine weitere Ausstellung das Leben, das Werk und die Nachwirkung von Franz Beer von Bleichten ins Zentrum. Herzstück der Ausstellung sind hochrangige Originale: der Adelsbrief Kaiser Karls VI., mit dem Franz Beer von Bleichten in den Adelsstand erhoben wurde, sowie das Originalporträt von Franz Beer und seiner Tochter Anna Maria, der späteren Ehefrau des berühmten Barockbaumeisters Peter Thumb. Diese Exponate erlauben einen seltenen, unmittelbaren Blick auf Persönlichkeit, gesellschaftliche Stellung und familiäre Verflechtungen eines der prägendsten Barockbaumeister.
Barocke Klänge und Geschmäcker
Am Sonntag, 10. Mai steht Franz Beer im Mittelpunkt einer Festmesse in der Pfarrkirche Bezau mit barocker Chormusik sowie Oboe und Orgel. Im Anschluss gibt eine Kurzbiografie Einblick in Leben und Wirken des Baumeisters, bevor eine Sonderführung im Museum Bezau weitere Originalwerke der Barockzeit vorstellt.
Auch kulinarisch wird das Jubiläumsjahr erlebbar: Von Mai bis Oktober interpretieren ausgewählte Wirtshäuser im Bregenzerwald historische Rezepte unter dem Motto „Barock gespeist – süß und suppig“. So wird ein Stück barocker Esskultur wieder auf den Tisch gebracht.
Migration, Baukunst und heutige Perspektiven
Weitere Veranstaltungen greifen unterschiedliche Aspekte der barocken Baukultur auf. Im Juni widmet sich eine Vortragsveranstaltung der Arbeitsmigration im Bauhandwerk der frühen Neuzeit und dem Wissenstransfer zwischen Baustellen und Regionen. Wenige Wochen später diskutieren Fachleute im Werkraumhaus Andelsbuch, welche Impulse die historische Baupraxis für den heutigen Umgang mit bestehender Bausubstanz geben kann.
Den Abschluss des Programms bildet die Lange Nacht der Museen am 3. Oktober mit einem Vortrag über die Bregenzerwälder Männertracht im Museum Bezau, Musik, Sonderführungen und barocken Speisen.
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