Symposium in Bludenz: Es braucht ein ganzes Dorf, um in Würde älter zu werden
16. März 2026
Projekt
Wie gelingt gutes Wohnen im Alter? Diese Frage stand im Zentrum eines Symposiums der ARGE V:Süd, das am 13. März 2026 in Bludenz stattgefunden hat. Gemeinden, Expert:innen und soziale Organisationen diskutierten über neue Wohnformen, soziale Beziehungen und die Frage, wie Gemeinden gemeinsam Verantwortung übernehmen können.
Die Region steht vor großen Veränderungen: Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich bis 2050 verdoppeln. Viele ältere Menschen leben bereits heute allein und oft in Wohnsituationen, die im Alter schwer zu bewältigen sind. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit alternativen Wohnformen zu befassen und vorhandene Handlungsspielräume rechtzeitig zu nutzen. „Wohnen im Alter zählt zu den zentralen Zukunftsfragen unserer Gesellschaft – und wir können sie nur gemeinsam lösen“, betonte Simon Tschann, Bürgermeister von Bludenz und Sprecher der ARGE V:Süd.
Das richtige Zeitfenster nutzen
Fachvorträge und Beispiele aus dem Alltag zeigten beim Symposium, wie wichtig es ist, sich früh mit der eigenen Wohnzukunft zu beschäftigen und auf Gemeinschaft, Nähe und Unterstützung zu achten. Soziale Beziehungen erhöhen die Lebensqualität in den späteren Jahren enorm.
Prof. Dr. Franz Kolland, Leiter des Kompetenzzentrums für Gerontologie und Gesundheitsforschung der Karl Landsteiner Universität in Krems, zeigte in seinem unterhaltsamen Vortrag, dass Menschen in ihren 60ern am ehesten bereit sind, die Wohnsituation aktiv zu verändern. „Das ist ein äußerst schmales Zeitfenster!“ warnte Professor Kolland.
Den Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen kommt eine besondere Bedeutung zu. Da sie nah an den Menschen sind, erkennen sie sehr früh, wenn sich der Bedarf eines Einzelnen verändert und eventuell auch eine Änderung der Wohnsituation notwendig sein kann.
Gemeinden als Gestalter von Lebensqualität
In der Podiumsdiskussion wurde beleuchtet, was den Übergang in eine andere Wohnform für die einzelnen Menschen erleichtern könnte. Hier sind kreative Lösungen gefragt, bei denen die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen.
Für Gemeinden ergeben sich daraus klare Aufgaben. Sie können Begegnungsräume schaffen, Nachbarschaften stärken und Wohnumfelder so gestalten, dass ältere Menschen länger selbstständig leben können. Am effizientesten und besten gelingt das, wenn Gemeinden dabei zusammenarbeiten.
Am Nachmittag boten Exkursionen einen praktischen Einblick in unterschiedliche Wohnformen – von generationenübergreifendem Wohnen über betreute Anlagen bis hin zu Quartieren, in denen überlegt wurde, wie Begegnung und Austausch gefördert werden können. Die Beispiele zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten in der Region bereits sind und wie sehr der Blick in bestehende Projekte neue Ideen anregen kann.
Das Symposium zeigte deutlich: Wenn Gemeinden, Organisationen und Bürger:innen zusammenarbeiten, können sie das Wohnen im Alter aktiv und positiv gestalten.
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