ich bin regional

Setzen von überregionalen Impulsen zur Stärkung des wohnortnahen Konsumbewusstseins für "blühende" Stadt- und Ortszentren

Projektdauer: 30.06.2024

Projektträger

ARGE Blühende Ortszentren

Gerbe 1135

6863 Egg

Kurzbeschreibung

Ortszentren stärken, indem die Menschen mehr in ihrer Region einkaufen - dies will das Projekt "ich bin regional" erreichen. Hierzu erarbeiten die Arbeitsgemeinschaft der beteiligten REGIOs und WiGes (Bregenzerwald, Montafon, Klostertal-Arlberg, Großes Walsertal, Bludenz, Walgau, …) in Arbeitssitzungen Vorschläge für gemeinsame Veranstaltungen bzw. Impulse, die Art der Zusammenarbeit und die Zuständigkeiten. Die Vorschläge und das LEADER-Projekt werden bei den Plattformsitzungen der blühenden Stadt- und Ortszentren abgestimmt und auch weitere Regionen zur Teilnahme eingeladen. Wichtig ist das sichtbare verbindende Element bei gemeinsamen Veranstaltungen und Impulsen über die Regionen hinweg. Es ist geplant, alle vier Monate einen neuen Impuls oder eine neue Veranstaltung zu definieren und umzusetzen. Ziel ist, dass der entwickelte Impuls von möglichst vielen Partner*innen übernommen wird und Veranstaltungen auch überregional interessant zu besuchen sind. Impulse haben eine gemeinsame von der Öffentlichkeit wiedererkennbare Symbolik, ein gemeinsames Konzept oder Inhalt. Veranstaltungen können von Vorträgen, Workshops, Symposien bis zu Weiterbildungsangeboten reichen. 

Neben den Handelsbetrieben und regionalen Institutionen soll durch die Aktivitäten speziell auch die Bevölkerung in den Gemeinden von der Schülerin bis zum Senior in ihrem regionalen Wirken und Handeln unterstützt werden. Ziel ist das gegenseitige Lernen und Übertragen von Wissen im Sinne einer kollegialen Beratung über die Teilnahme an den Projektaktivitäten. Regionen, die neu in dieser Richtung aktiv werden wollen, werden durch erfahrenere Regionen unterstützt und bereits erfahrenere Regionen erhalten einen Mehrwert durch die Weiterentwicklung der Kooperation.

Ausgangslage

Landesweit beschäftigen sich REGIOs, Stadt- oder Ortsmarketings und Wirtschaftsgemeinschaften mit Fragen zu Kaufkrafthaltung, -bindung und -gewinnung und setzen unterschiedliche (manchmal auch unbewusst ähnliche) Maßnahmen, um lebendige Ortszentren (beispielsweise ich kauf im Wald, WIMO Treue App,…) zu erhalten. Hierzu gibt es auch regionsübergreifende Austauschsitzungen für die Bearbeitung gemeinsamer Themen und Benennung gewünschter landesweiter Impulse, derzeit organisiert über die Plattform der blühenden Stadt- und Ortszentren. Es zeigt sich aber auch hier, dass gewisse Maßnahmen gemeinsam effizienter und zielführender umsetzbar wären, wenn es eine bessere Vernetzung und klarere Zuständigkeiten gäbe.

Die aktuelle Kaufkraftstrom- und Einzelhandelsstrukturanalyse für Vorarlberg (KAVO 2022) zeigt auf, dass insbesondere zur Wahrung der regionalen Interessen und zum Erhalt lebendiger Ortszentren eine bessere Vernetzung und Kooperation wichtig ist. Laut der Analyse beträgt die „Einkaufstreue“ der Vorarlberger*innen zum heimischen Handel aktuell (ohne COVID19-Effekte) in Vorarlberg 82 Prozent (2009 noch 94 Prozent). Auch in den einzelnen Regionen kaufen immer weniger Menschen vor Ort ein. Die Kaufkrafteigenbindung sank im Vergleich zum jahr 2015 im Walgau von 71 auf 60 Prozent, im Montafon von 49 auf 40 Prozent und im Bregenzerwald von 54 auf 47 Prozent. Die Kaufkrafteigenbindung im Klostertal und Großen Walsertal liegt unter 20 Prozent.

Aus dem in den Regionen, Städten und Wirtschaftsgemeinschaften wenig beliebten Vorhaben, einen landesweiten Einkaufsgutschein einzuführen (eine Idee der WKV) wurde ein Projekt ins Leben gerufen, dass in Bälde acht regionale Einkaufsgutscheine ein gemeinsames Kartensystem verwenden werden (Value Master von Brain Behind). Weitere Regionen können sich hier jederzeit beteiligen und anschließen. Zudem ist eine gemeinsame Gutscheinbestellplattform für den „Business to Business“-Bereich mit Unterstützung der WKV bereits beauftragt. 

Auf die Initiative vom Stand Montafon und der REGIO Bregenzerwald soll nun ein Kooperationsprojekt für einen sichtbaren verbindenden Auftritt entstehen. Um hier keine Region auszuschließen, werden Workshops und Vernetzungstreffen zum Informationsaustausch stattfinden. Ebenso sind gemeinsame Impulse zur Steigerung der Wertschöpfung in den Regionen geplant. 

Ziele/Wirkung

  • Die Multifunktionalität der Ortskerne und wohnortnahe Nahversorgung sollen durch vermehrte Kooperation erhalten, gestärkt und ausgebaut werden. 
  • Durch Impulse und Veranstaltungen sollen Bürger*innen ein höheres Bewusstsein für regionales Handeln bekommen.
  • Durch die Zusammenarbeit mit Unterstützung intelligenter Kundenbindungsinstrumente werden die regionale Wertschöpfung sowie die Kaufkraft in den Regionen erhalten bis erhöht. 
  • Die gemeinsamen Impulse unterstützen die Akteure (u.a. Regionen, Gemeinden, Bildungseinrichtungen, Betriebe, ...) dabei, ihr Potential für die Lebendigkeit von Ortszentren zu nutzen.

Inhalte

In regelmäßigen Arbeitssitzungen der Projektgruppe (teilnehmende Regionen) werden sechs gemeinsam vermarktete Veranstaltungen und vier Impulse definiert, ausgearbeitet und im Anschluss von möglichst vielen Partner*innen übernommen. 

Mit den verschiedenen Veranstaltungsformaten und Impulsen werden die Intentionen von den blühenden Stadt- und Ortszentren unterstützt (z.B. Händlerstammtisch, (sub-)regionales Handels-Event, Vorträge oder neue Zugänge zur gemeinsamen Vermarktung von Service- und Dienstleistungsangeboten, Marketing-Maßnahmen zum „prepaid“-Kartensystem und gemeinsame Vermarktungsplattform der regionalen Einkaufsgutscheine, Realisierung von Kundenboni-Programmen für nicht-motorisierte Zielgruppen zur Unterstützung von wohnortnahem Einkaufsverhalten, regionale Schultüte, Schulworkshops zum Umgang mit Digitalwährungen). 

Über Medienarbeit zu den einzelnen Aktionen in landesweiten und in Gemeindemedien und andere Kommunikationswege werden die Projektaktivitäten gestützt. Parallel wird die Bedeutung multifunktionaler Ortszentren und stationärer Handelsangebote in das Bewusstsein der Bevölkerung gebracht. Wohnortnahes Einkaufsverhalten ist ökologischer und reduziert Einkaufsverkehr.

Resultate

  • Verstärkte Zusammenarbeit und Kooperation zur Umsetzung von Impulsen und Veranstaltungen
  • Medienarbeit zur Unterstützung multifunktionaler Ortszentren
  • kollegiale Beratung der Regionen untereinander

Bezug zum Programm

1WS06 Regionale Kooperationen stärken