Auftakt-Au

Begegnungsort und museale Darstellung der Gründungsgeschichte der Bregenzerwälder Barockbaumeister mit Auer Zunft und Auer Lehrgänge

Projektdauer: 01.07.2019 - 30.06.2022

Projektträger

akKURAT – Verein zur Förderung der Bregenzerwälder Barockbaumeister-Geschichte

Rehmen 39

6883 Au

Kurzbeschreibung

Die Gemeinde Au weist im Rahmen der Thematik „Bregenzerwälder Barockbaumeister“ ein absolutes Alleinstellungsmerkmal auf: Au ist jener Ort, von dem nicht nur maßgebliche, sondern auch die allerersten Impulse ausgegangen sind, die in Folge internationale Karrieren unzähliger Bregenzerwälder Barockbaumeister ermöglicht haben. Au kann somit von der Gründungsära der Bregenzerwälder Barockbaumeister erzählen, die mit ihren rund 600 Kirchen und Klöstern heute als Fixbestand der europäischen Kultur- und Kunstgeschichte gelten dürfen. Begonnen hat diese Epoche in Au, und hier soll sie, als zentraler Bestandteil der Ortsgeschichte, dauerhaft präsentiert werden.

Trotz des für die Region hohen identitätsstiftenden Faktors wurde das Thema Barockbaumeister bis dato noch an keinem Ort der Region aufgearbeitet und präsentiert. Mit dem denkmalgeschützten Kuratiehaus inmitten des Ortsteils Rehmen bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, diese Gründungsgeschichte in einem Gebäude mit direkten Beziehungen zu den Barockbaumeistern zu präsentieren (vgl. dazu den Bescheid des BDA, siehe Literaturhinweis). Unterstützt durch einen kommunalen Aktivierungsprozess soll im Projekt ein musealer Begegnungsort entstehen, der durch den Trägerverein und seiner MitgliederInnen breit in der Bevölkerung unterstützt, benutzt und betrieben wird.

Neben der historischen Gewichtung ist es ein erklärtes Anliegen des Projekts, auch die Gegenwartsrelevanz der Thematik aufzugreifen. Dies betrifft vor allem das handwerkliche und gestalterische Know-how in der Region, sowie Fragen der Ausbildung, der Lehrlings- bzw. Menschenbildung und der Zunft – im Damals, im Heute und im Morgen. Der museale Begegnungsort in Au schlägt eine Sinn stiftende Brücke zwischen Zeiten, Menschen und Produkten. Damit generiert dieser Ort großes Potential, sich auch als überregional wahrgenommenes Besucher- und Begegnungszentrum zu profilieren. Au will mit diesem Projekt die Chance nutzen, örtliche, regionale und international wirksame Impulse zu setzen.

Ausgangslage

Bereits vor 15 Jahren hat es eine Projektinitiative gegeben, die damals das gesamte Kuratiehaus zu einem Zentrum der Bregenzerwälder Barockbaumeister machen wollte, was sich aus diversen Gründen damals nicht verwirklichen ließ. Ehrenamtliche Akteure setzen nun eine neue Initiative in der deklarierten Absicht, das kulturell bedeutende und Identität stiftende Thema Barockbaumeister und Auer Lehrgänge aufzugreifen. Das gesamte Kuratiehaus soll durch einen singulären Nutzungsmix eine deutliche kommunale Belebung bewirken.

Eine intensive Auseinandersetzung mit den nun anstehenden Umsetzungsfragen wurde bereits mit Erstellung eines von der Pfarre Au beauftragten „Orientierungskonzept für die museale Nutzung im Kuratiehaus Rehmen“ ermöglicht (vgl. dazu Literaturhinweis). Darin wird der Projektinitiative bescheinigt, dass Au für ein Schließen der bisherigen kultur- und sozialhistorischen Lücke in der Region prädestiniert ist und das Potential hat, eine Identität stiftender Ort zu werden. Die Diözese stellt dem Trägerverein die Räume im Erdgeschoß des Kuratiehauses Rehmen, 40 bis 60 Jahre kostenlos zur Verfügung, da dieser Verein die Kosten für die Errichtung der musealen Einrichtung übernimmt. Der Trägerverein selbst finanziert sich zu Beginn überwiegend aus öffentlichen Mitteln (vor allem durch die Gemeinde, Sponsoren und Mitglieder). Eine unverbindliche Interessensbekundung seitens der Gemeinde Bezau, das Thema der Barockbaumeister ebenfalls aufgreifen zu wollen, hat Au veranlasst, im Zuge seiner Konzeption einen regen Austausch mit Bezau zu pflegen und über die in Au bereits weit fortgeschrittenen Entwicklungen zu informieren. Grundsätzlich steht der Trägerverein in Au einer etwaigen Ergänzung dieses umfassenden Themas in Bezau jedenfalls offen und kooperationsbereit gegenüber.

In Au ist bereits eine Konzeptbasis samt motivierten Akteuren vorhanden, die das Projekt dauerhaft tragfähig machen können. Darüber hinaus wurden bereits zahlreiche regionale Gesprächskontakte zum Bregenzerwald Archiv, der Regio Bregenzerwald, dem Werkraum, zu diversen Museen im Land und auch grenzüberschreitend (St. Gallen zum Beispiel) geknüpft.
In Au herrscht gegenwärtig eine motivierte Aufbruchsstimmung, die dem Projekt, eine baldige Umsetzung vorausgesetzt, enorme Schubkraft verleihen kann.

Ziele/Wirkung

Au hat sich zum Ziel gesetzt, Verantwortung für das örtliche und regionale Kulturerbe engagiert und wertschätzend wahrzunehmen. Das bedeutet, die Identität stiftende Thematik aufzugreifen, zu präsentieren und dafür zu sensibilisieren, wie das Damals das Heute prägt, und wie dieses „Wissen der Hände“ in innovativer Form weitervermittelt werden kann. Durch das Aufgreifen und Weiterentwickeln dieser zentralen regionalen Thematik soll nicht nur das Handwerk eine gesteigerte Wertschätzung und Aufwertung erfahren. Mit dieser historischen Thematik, ihren Kontinuitäten und ihren Parallelen zur Gegenwart soll auch die örtliche Handwerkszunft gestärkt und mit ihren Kompetenzen bereits bei der baulichen Umsetzung stark involviert werden. Neben der Gestaltung und Ausrichtung der musealen Einrichtung will das Museumsprojekt  insbesondere auf die kommunale Aktivierung großes Augenmerk legen, um das Projekt im kollektiven Kulturverständnis dauerhaft zu verankern. Im Zuge einer beteiligungsorientierten Prozessentwicklung soll ein motiviertes Museumsteam aktiviert werden. Parallel dazu sollen Mitglieder für einen Trägerverein gewonnen werden, der von der Auer Zunft, einem Fachbeirat, dem Bregenzerwald Archiv sowie weiteren Institutionen und einem Freundeskreis flankierend beraten, gestützt und gefördert wird. Wenngleich eine museale Einrichtung in Au ganz besonders die Menschen in der eigenen Gemeinde als primäre Zielgruppe im Fokus hat, können parallel dazu auch alle Bregenzerwälder/innen als wichtige Zielgruppe gesehen werden. Zudem dokumentiert dieses Museum den historischen Beginn der Vorarlberger Barockbaukunst und sollte damit für Kulturinteressierte aus dem ganzen Land und darüber hinaus eine beachtliche Relevanz haben. Nicht zuletzt die Bewohner/innen jener Orte, an denen die Auer Barockbaumeister gewirkt und oftmals deren Wahrzeichen erschaffen haben, können sich in Au auf historische Spurensuche begeben.

Die angestrebte Wirkung zielt darauf ab, das lebendige Erbe der Barockbaumeister und auch deren intentionale Weiterentwicklung in der heutigen Zeit sichtbar, nachvollziehbar und erlebbar zu machen.

 

Inhalte

Das Projekt beinhaltet zwei Arbeitspakete, die sich mit dem Museum bzw. musealen Einrichtung und dessen Feinausarbeitung der Museumsinhalte sowie einem begleitenden kommunalen Aktivierungsprozess befassen. Eine nähere Beschreibung der Arbeitspakete findet sich weiter unten.

Der Präsentationsort in Au soll so nicht nur das historische Wissen zur Ära der  Barockbaumeister präsentieren und vermitteln. Mit Hilfe eines vorgelagerten Aktivierungsprozesses soll dieser Präsentationsort bereits mit Eröffnung ein lebendiger Begegnungsraum sein, an dem die Zunft und weitere Interessierte gemeinsam und dauerhaft zu gegenwartsrelevanten Themen (z.B. Lehrlings- bzw. Menschenbildung usw.) arbeiten.

Resultate

Sichtbares und (be)greifbares Resultat wird die Errichtung und Eröffnung der musealen Einrichtung bzw. des Präsentationsorts in Au sein. Durch den Trägerverein, sowie den durchgeführten Aktivierungsprozess, wird dieser Präsentationsort durch ein erarbeitetes Betriebskonzept und neuen Personenressourcen dauerhaft belebt und facettenreich bespielt. Auch die Auer Zunft wird wichtiger Projektpartner, der sich aktiv und gestaltend einbringen wird.

Als weitere Resultate können in Aussicht gestellt werden: die Bewahrung des kulturellen Erbes, die Wissensvermittlung, die Belebung des Ortsteils Rehmen durch die Schaffung eines neuen Begegnungsraums, die Stärkung der kommunalen/regionalen Identität und die permanente Auseinandersetzung mit zentralen Fragen des dörflichen Daseins: Woher kommen, wo stehen und wohin gehen wir?

Nicht zuletzt konstituiert dieser Ort regionale, aber auch grenzüberschreitende Partnerschaften, die ein zunehmend dichter werdendes Netzwerk knüpfen. Eben dieses Netzwerk ermöglicht langfristig immer neue, themenbezogene Kooperationsprojekte.

Bezug zum Programm

2NH03  Lokales Natur- und Kulturgut zur Erhaltung erlebbar gestalten

In dieser Maßnahme sind die Barockbaumeister als Indikatives Projekt namentlich angeführt (s.S.40 im LES 2020).

Weitere Informationen

Literaturhinweise

  • Orientierungskonzept zur musealen Nutzung des Kuratiehaus Rehmen vom Büro Rath & Winkler, März 2019
  • Konzept Barockbaumeister-Museum, Barockbaumeister-Haus: ein Betriebs- und Organisationsmodell/Machbarkeitsstudie von Franz Rüf und Dr. Andreas Rudigier, 2004
  • Bescheid des Bundesdenkmalamtes, betreffend den ehemaligen Pfarrhof Rehmen in Au (Kuratiehaus) vom Februar 2015