Wie erreicht ihr die Menschen?
2. Mai 2026
Projekt
Menschen, Gemeinden oder Organisationen zum Mitwirken bewegen – das ist Ziel vieler Projekte und Initiativen. Welche Herausforderungen es hierbei gibt und was gut funktioniert stand Ende April im Fokus eines Erfahrungsaustauschs zwischen LEADER-Regionen in ganz Österreich sowie von Fachorganisationen in Vorarlberg.
Statt jammern aktiv werden für die Gemeinschaft: Damit das zukünftig möglichst vielen Menschen leichter gelingt, hat die Regio-V Anfang dieses Jahres ihr WERTstätten-Projekt gestartet. Teil des Projekts ist es auch, die eigenen Erfahrungen weiterzugeben und von den Erkenntnissen anderer zu lernen. Hierfür hatte die Regio-V am 27. April erstmals zu einem zweistündigen Online-Austauschtreffen eingeladen. 18 Vertreter:innen aus acht LEADER-Regionen in Österreich und von fünf Fachorganisationen in Vorarlberg diskutierten rund um die Frage: Wie erreicht ihr die Menschen?
„In Zeiten knapper Kassen können die Gemeinden nicht mehr nur Dienstleisterinnen für alles sein. Wie schaffen wir den Bewusstseinswandel, dass mehr Menschen bereit sind, etwas für das Gemeinwohl zu tun?“, erklärte Regio-V Manager Peter Steurer einleitend die aktuelle Herausforderung. Zu Beginn des Austauschs präsentierte die Regio-V ihr WERTstätten-Projekt, bei dem während drei Jahren bestehende Formate wie die „Machbarschaften“ und die MACHWAS-Tage helfen sollen, im ländlichen Raum mehr Menschen zum Engagement für die Gemeinschaft zu motivieren.
Begegnungsräume schaffen und Unterstützung bereitstellen
Die Diskussion zeigte: Oft fehle es an Räumen und Gelegenheiten, wo Menschen einander begegnen und sich zuhören. Hier bietet das Beteiligungsformat der „Machbarschaften“ eine gute Möglichkeit des Austauschs und des Findens gemeinsamer Anliegen. Das Besondere dabei: Durch Zufallseinladung kommen Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden. Zusätzlich starten die Workshops niederschwellig und offen mit der Frage, wie es den Menschen geht und was ihnen wichtig ist. Der niederschwellige Ansatz, ohne umständliche Formalitäten, hat auch zum Erfolg des Sozialfestivals „Tu was, dann tut sich was“ beigetragen: Allein in der Steirischen Eisenstraße sind so über 100 Kleinprojekte entstanden.
Dankbarkeit und Wertschätzung motivieren viele, sich erstmals oder auch weiterhin zu engagieren. Hier ist es zum Beispiel hilfreich, wenn von Seiten der Gemeinde, der Organisation oder des Vereins immer wieder nachgefragt wird, wie es läuft und ob die Engagierten etwas brauchen.
Auch Wissen und Werkzeuge sind wichtig für persönliches Engagement, beispielsweise was überhaupt ein Projekt ist und wo Fördermittel angefragt werden können. So unterstützt derzeit die LEADER-Region Vöckla-Ager Menschen dabei, im „Stelldirvorlabor“ in Praxisallianzen in Begleitung von Expert:innen ihre Projektideen weiterzuentwickeln.
Von Vorbildern lernen und Neuankömmlinge einladen
Leichter geht das Mitmachen, wenn es überzeugende Vorbilder gibt: Menschen, Gemeinden oder andere, die etwas vorleben und zeigen, dass es funktioniert. So hat beispielsweise die private Initiative „Machbarschaft“ aus Niederösterreich den Bänkle-Hock aus Vorarlberg ins Marchfeld gebracht.
Oftmals engagieren sich einzelne Gruppen mehr als andere für neue Anliegen: Menschen in Ausbildung oder auch Zugezogene, die nicht schon in vielen Vereinen engagiert sind und Kontakt suchen. Gerade Zugezogene werden von einigen Gemeinden gezielt eingeladen, sich einzubringen. Im Marchfeld spricht der Verein „Machbarschaft“ die Einladung zum Austausch mit Neuankömmlingen aus: auf dem Markplatz, mit Bügelbrett als „Stamm-Steh-Tisch“.
Nächstes Treffen im Herbst
Die Teilnehmenden des Austauschtreffens zeigten sich inspiriert und bestärkt von den geteilten Erfahrungen. Mögliche Themen für ein nächstes Treffen im Herbst liegen schon auf dem Tisch: eine Börse zu gescheiterten Ideen oder eine Diskussion zur Frage: Wie können wir das Unbequeme attraktiv machen? Die Austauschtreffen stehen allen Interessierten offen (Kontakt).
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