ÖPNV BW optimiert
Pilotprojekt zur Weiterentwicklung des ÖPNV durch Einsatz neuer Kooperations- und digitaler Möglichkeiten zur Übernahme in den Regelbetrieb
Das Projekt zielt darauf ab, Arbeitswege auszuarbeiten und umzusetzen, die zu zukunftsfähiger und bedarfsgerechter Mobilität in der Region Bregenzerwald führen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Optimierung hin zu einem innovativen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unter Berücksichtigung von Sharing-Mobility-Konzepten und altbewährten und umweltfreundlichen Mobilitätsformen wie Radfahren und Zufußgehen. Zentrales Ziel ist es, über verstärkte Kooperation mit Partner:innen und mit dem Einsatz neuer digitaler Werkzeuge neue Ansätze zur Optimierung, Qualitätssteigerung und Reduzierung der Verkehrsbelastung (für Mensch und Klima) zu finden und dadurch die Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Gemeinden zu erhalten beziehungsweise zu verbessern.
Unter Einsatz neuer digitaler Möglichkeiten mit externer Begleitung denken die Regio Bregenzerwald als Betreiberin des Landbus und die 24 Gemeinden mit ihren Partner:innen Prozesse und Ansatzpunkte im Pilotjahr neu. Gelernte Systematiken und Optimierungsprozesse sollen bei erfolgreicher Umsetzung nach dem Projekt in den Regelbetrieb übernommen werden, ebenso sich bewährende Kooperationsmodelle. Identifizierte und umsetzbare Optimierungen werden für die politische Diskussion aufbereitet und bei positivem Beschluss bereits in den Fahrplan 2026/27 übernommen.
Das System des Landbus Bregenzerwald ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einem erfolgreichen gut genutzten Mobilitätsangebot gewachsen. Auf über 40 Linien sind pro Jahr rund 6 Millionen Fahrgäste unterwegs. Die Fahrpläne werden jährlich manuell geprüft und nach aktuellen Erfordernissen angepasst. Darauf aufbauend entstehen jeweils Umlauf- und Dienstpläne.
In Anbetracht der aktuellen Budgetsituation im öffentlichen Bereich ist es dringend nötig, das Gesamtangebot im Landbus Bregenzerwald umfassend in Bezug auf Optimierungspotenziale zu betrachten. Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte und Intensitäten, die mit einer speziell dafür entwickelten Software durchgespielt werden können und sollten. Eine manuelle Prüfung ist in diesem Umfang und aufgrund begrenzter zeitlicher Ressourcen nicht mehr machbar. Neue Technologien müssen genutzt werden, um zukünftig effizienter und wirtschaftlicher agieren zu können. Zudem gilt es, weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kooperation mit relevanten Partner:innen zu prüfen. Hier geht es vor allem um den Landbus Unterland, mit dem es unter anderem Überschneidungen im Betreuungsgebiet gibt.
- Optimierungspotenziale im Landbus-System in einem landesweit besprochenen Rahmen identifizieren
- Potenziale bei Bedarf für die politische Diskussion aufarbeiten
- Ergebnisse im Fahrplanjahr 2026/27 aktivieren
- entsprechende Erkenntnisse aus dem Projekt unter anderem in Bezug auf Prozesse, Kooperationen oder Werkzeuge möglichst in den Regelbetrieb übernehmen.
Die 24 Gemeinden in der Regio Bregenzerwald wollen das System des Landbus Bregenzerwald kurzfristig in mehreren Stufen auf Optimierungspotenziale prüfen. Dafür benötigt es neben internen Ressourcen vor allem
- eine entsprechende Software, idealerweise mit Schnittstelle zu aktuellen Datenbeständen,
- externe Unterstützung, konkret durch Expert:innen des Landbus Unterland und des Vorarlberger Verkehrsverbunds
- einen periodischen Austausch mit den anderen ÖPNV-Träger:innen im Land
Die vorgesehenen Optimierungsstufen:
- Bestehende Dienstpläne werden auf Optimierungspotenzial im Rahmen des geltenden Dienstrechts geprüft. Änderungen haben Auswirkungen auf Buslenker:innen und Arbeitsplatzqualität.
- Check Umlaufpläne: Können Kilometer oder im Idealfall Fahrzeuge eingespart werden?
- Adaptierungen der Fahrpläne in kleinerem Ausmaß, geringfügige Verschiebungen. Hier werden mögliche Auswirkungen an anderer Stelle derzeit manuell geprüft.
- Andere Abstellorte, um etwa Leerfahrten zu reduzieren.
- Größere Fahrplan-Adaptierungen mit Auswirkungen auf Angebot und Lenker:innen
Die Ergebnisse der Pilotphase unterstützen auch in der Einschätzung, ob für weitere Fahrplanjahre allenfalls eine Neuplanung des öffentlichen Verkehrs in der Region vom „weißen Blatt weg“, also ohne Berücksichtigung des Bestandes, sinnvoll beziehungsweise erforderlich ist.
Für die Identifikation von Optimierungspotenzialen braucht es neben der Analyse der bestehenden Pläne vor allem auch die Arbeit mit Szenarien, beispielsweise in der Frühspitze oder bei Themenverkehren wie Fahrradbus, Festspielbus oder Festheimbringern. Auch multimodale Verkehrsknotenpunkte (Mobilitätsdrehscheiben) gilt es zu betrachten, um den Umstieg zwischen Bahn, Bus, Fahrrad und Sharing-Angeboten zu erleichtern. Diese Knotenpunkte sind ein zentraler Bestandteil des Vorarlberger Mobilitätskonzepts und dienen dazu, den öffentlichen Verkehr mit dem Radverkehr (Bike-and-Ride) und dem Individualverkehr (Park-and-Ride) zu verknüpfen.
Der neue Themenbereich mit Schwerpunkt Optimierung wird von einer erfahrenen Mitarbeiterin der Regio Bregenzerwald aufgegleist. Dafür werden Teile ihrer Aufgaben von anderen/neuen Miatarbeiter:innen übernommen.
Das Pilotprojekt dient dem institutionellen Lernen unter externer Begleitung. Bei Eignung der Optimierungssystematik und –prozesse sollen diese nach dem Projekt vom Personal der Regio Bregenzerwald in den Regelbetrieb übernommen werden. Umsetzbare Optimierungen werden in den Fahrplan 26/27 übernommen. Da die Erkenntnisse auch für andere Regionen und ÖPNV-Träger:innen in Vorarlberg und auch über der Grenze interessant sein können, sind periodische Austausche geplant. Ziel ist hier auch, einen Außenblick auf die erlangten Erkenntnisse zu bekommen, um mögliche Konfliktbereiche bereits in der Planung auszuschließen. Ein Ergebnis des Projektes kann auch sein, dass keine größeren Optimierungspotenziale gegeben sind oder manche aus anderen Gründen (Qualität für Fahrgäste, Lenker:innen und Umwelt/Klima) nicht aktiviert werden können.