Nahversorgung leben
Durch gemeinsames Tun von Jugend, Politik und Betrieben das Miteinander im Bereich „Nahversorgung“ in der Region leben und erlebbar machen
Im Bregenzerwald ist es eine tägliche Herausforderung, das Netz von Betrieben und Angeboten im Sinn der Nahversorgung als eine wesentliche Säule von Lebens- und Standortqualität möglichst attraktiv zu halten. Oft sind persönliche Erlebnisse oder Netzwerke entscheidend, ob der regionalen Nahversorgung gegenüber dem unpersönlichen Onlinehandel der Vorzug gegeben wird und eine regionale Bindung entsteht.
Aus diesem Grund setzen die Partner:innen der Plattform „ich kauf im Wald“ mit den Gemeinden der Region und verschiedenen weiteren Akteur:innen mit diesem Projekt einen Schwerpunkt, durch gemeinsames Tun das Miteinander im Themenbereich „Nahversorgung“ zu leben und erlebbar zu machen.
Ziel ist es, das Bewusstsein und Selbstbewusstsein bei verschiedenen relevanten Akteur:innen von Offener Jugendarbeit Bregenzerwald, Schulen, Gemeindevertretung und Betrieben aus Handel, Tourismus und Dienstleistung zu stärken. Dafür werden über Informations- und Arbeitsformate Akteur:innen aufeinander abgestimmt und konkrete Handlungsstränge entsprechend dem Leitbild Bregenzerwald (#zukunften 2030) umgesetzt. Das miteinander Zusammenkommen soll Bindungen stärken und neue entstehen lassen, die zu einem späteren Zeitpunkt ein wesentlicher Faktor bei Kaufentscheidungen sein können und somit positiv auf die regionale Nahversorgung wirken.
Im Bregenzerwald ist es eine nahezu tägliche Herausforderung, das Netz von Betrieben und Angeboten im Sinn der Nahversorgung als eine wesentliche Säule von Lebens- und Standortqualität möglichst attraktiv zu halten. Aktuell ist die wirtschaftliche Stimmung verhalten, es braucht nur geringe Anstöße, damit Betriebe aufgegeben werden. Der laufend steigende Anteil des Onlinehandels, gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Entwicklungen oder persönliche Aspekte tragen dazu bei.
Die Partner:innen der offenen Plattform „ich kauf im Wald“ und die Bregenzerwälder Gemeinden haben in den vergangenen Jahren verschiedene Impulse gesetzt, unter anderem wurde vereinbart, in den nächsten Jahren keine neuen größeren Lebensmittelgeschäfte zu bewilligen.
Ein möglichst gutes Miteinander zwischen Beteiligten und Partner:innen kann bei auftauchenden Herausforderungen zu Lösungen beitragen. Der Austausch von Informationen und das Wissen, dass andere mit ähnlichen Problemen kämpfen oder eine gemeinsame Zielsetzung sind dabei wirksame Faktoren.
Aus Sicht der Region werden durch mehr Kontakt zwischen den Beteiligten und gemeinsame Arbeit positive Entwicklungen in folgenden Bereichen erwartet:
- Information und Bewusstseinsbildung bei den beteiligten jungen Menschen und in deren Umfeld durch aktive Einbindung und nicht rein passiv aufgenommene Information
- Verstärkter Informationsfluss und mehr Kooperation zwischen Gemeinden, Wirtschaftsgemeinschaften, regionalen Institutionen und weiteren Partner:innen – unter anderem durch Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen zum Thema Nahversorgung/Handel/Wirtschaft in möglichst vielen der 24 Gemeinden der Region
- Impuls für den Wirtschaftsstandort Bregenzerwald durch sichtbares gemeinsames Engagement und Miteinander
- Inputs für regional- und kommunalpolitische Diskussions- und Entscheidungsprozesse und für die Arbeitsprogramme von „ich kauf im Wald“ und anderer regionaler Institutionen
- Höhere Resilienz des Sektors und ein übergreifendes Netzwerk, das Nahversorgung spürbar werden lässt und auf den Wert von regionalem Einkauf aus verschiedenen Blickwinkeln aufmerksam macht
Das Projekt nähert sich dem Thema „Nahversorgung leben“ als ein Miteinander und Austausch der drei Ebenen Jugendeinbindung, politisches Bekenntnis und betriebliche Umsetzungsspielräume mit einem gemeinsamen Fokus auf erreichbare Ziele.
Zu Beginn des Projektes werden zwei Workshops an Schulen der Region für Schüler:innen der 10. und 11. Schulstufe und ein weiterer Workshop über die offene Jugendarbeit zur Information und Bewusstseinsbildung für Jugendliche durchgeführt. Im Zentrum steht die Frage: Was bedeutet Nahversorgung für sie, für das Miteinander und für eine lebenswerte Region? Auf diesen Ergebnissen und den gegebenen Erfahrungen aus dem Leitbild Bregenzerwald sind vorerst drei praktische Handlungsstränge mit Jugendlichen vorgesehen.
- Schüler:innen entwickeln zum Thema „Nahversorgung leben“ mit Unterstützung der Schule und der Regio Bregenzerwald und in Zusammenbarbiet mit den Betrieben für sich als Zielgruppe eigenständig kleinere Bewusstseinsbildungskampagnen (offline/online)
- Geplant sind weiters Themenstellungen für vorwissenschaftliche Arbeiten bzw. Diplomarbeiten (BHS) an den Schulen zu Nahversorgung und lebenswerte Region heute und morgen.
- Als Praxisprojekt der Werkraumschule sollen nicht im Wettbewerb wie bisher, sondern im Miteinander Objekte mit hoher Wiedererkennung an exponierten Plätzen im Bregenzerwald, ähnlich den bunten Fährrädern von „Ich kauf im Wald“, entstehen. Zu den Objekten werden außerdem abgestimmte Werbemaßnahmen umgesetzt.
Parallel dazu wird auf politischer Ebene in drei regionalen Informations- und Arbeitsterminen mit Gemeindevertreter:innen, vor allem für Wirtschafts- und Tourismusausschüsse, mit Verantwortlichen in Kaufmannschaften, Wirtschaftsorganisationen und (regionalen) Institutionen als Unterstützung für regionale Entscheidungsprozesse aufgezeigt, was es bereits alles gibt und ausgearbeitet, was es zur Erhaltung einer lebenswerten Region in Bezug zur regionalen Versorgung noch braucht.
Zwei weitere Informations- und Arbeitstermine für Betriebe in Handel, Tourismus und Dienstleistung runden das Thema „Nahversorgung leben“ auf Unternehmerseite ab.
Der Prozess wird gesamthaft durch konkrete, grafisch ausgearbeitete Vorlagen für den Einsatz in der Kommunikation sowohl der Regio Bregenzerwald als auch der Betriebe gefasst.