Lebendige Geschichte(n)

LES 23-27

Projektträger:in ARGE Lebendige Geschichte(n)

20. März 2026
31. Dezember 2027

25.842,76 €

Stärkung der Vernetzung und Zusammenarbeit der Bregenzerwälder Museen und Entwicklung eines Vermittlungskonzepts für Kinder

Die fünf größeren Museen und Ausstellungseinrichtungen im Bregenzerwald (Juppenwerkstatt Riefensberg, Frauenmuseum Hittisau, Angelika Kauffmann Museum, Museum Bezau, Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn) haben sich zusammen mit dem Werkraum Bregenzerwald und Bregenzerwald Tourismus dazu entschieden, ihr Netzwerk und die Zusammenarbeit zu stärken. Im Projekt soll in der Arbeitsgemeinschaft mit der Kulturkoordination Bregenzerwald in einem begleiteten Prozess ein gemeinsames Leitbild mit definierten Qualitätskriterien entstehen. Das gemeinsame Leit- und Erscheinungsbild verbindet die Museen zukünftig stärker miteinander. Das soll durch lebendige Geschichten und einen roten (Erzähl-)Faden passieren. Diese sollen die Museen miteinander verbinden und Besucher:innen von einem Museum zum nächsten führen. 

Ein weiteres verbindendes Element ist die Entwicklung eines Konzepts für ein altersgerechtes Vermittlungsprogramm für Kinder im Primar- und Sekundarstufenalter mit der angepassten Umsetzungsmöglichkeit in den teilnehmenden Museen. Kinder werden dabei nicht nur als Besucher:innen, sondern als aktive Mitgestaltende der Kulturvermittlung verstanden. In einem partizipativen Entwicklungsprozess werden gemeinsam mit Schulklassen, Lehrpersonen, Mitarbeiter:innen des Museums sowie weiteren regionalen Akteur:innen geeignete Vermittlungsformate erarbeitet, erprobt und weiterentwickelt. 

Der Schwerpunkt liegt auf einem strukturierten Prozess aus vorbereitenden Workshops, Museumsbesuchen, Entwicklungs- und Pilotphasen. Der Museumsbesuch erfolgt dabei nicht als klassische Führung, sondern als begleitete Erkundung. Die Ergebnisse fließen in ein dauerhaft nutzbares Vermittlungsprodukt (z. B. Entdeckungsheft oder Folder) ein, das Kindern und Familien zur selbstständigen Nutzung zur Verfügung steht.

Der Entwicklungsprozess wird vom Museum Bezau geleitet, systematisch dokumentiert und so aufbereitet, dass andere Regional- und Heimatmuseen daraus lernen und eigene Kinderprogramme für ihre Häuser entwickeln können.
 

Die regionalen Museen und Schaubetriebe haben sich 2022 unter dem Motto „Sehen und Staunen“ zusammengetan und eine gemeinsame Museumslandkarte entwickelt. Diese sollte über die Öffnungszeiten etc. der Einrichtungen informieren. Es war das erste Mal, dass sich die Museen unter Leitung des Kulturbüros Bregenzerwald gemeinsam präsentiert haben. Ein entsprechendes Vermittlungsprogramm für Kinder zu entwickeln, ist bei den teilnehmenden Museen schon seit langem ein Wunsch. Der Leitbildprozess bietet den richtigen Rahmen, diesen Wunsch umzusetzen.

Jetzt soll die Karte aktualisiert und angepasst werden. In diesem Zug kam der Wunsch der Museen nach mehr Vernetzung, Zusammenarbeit und ein verstärktes gemeinsames Auftreten nach außen auf. Damit das gelingt, werden im Projekt ein gemeinsames Leitbild und ein Vermittlungskonzept für Kinder entwickelt sowie die Museumslandkarte weiterentwickelt. 

Kinder werden von den Museen bislang nur eingeschränkt als eigenständige Zielgruppe angesprochen und es fehlt ein altersgerechtes, kontinuierlich nutzbares Vermittlungsangebot für Schulklassen und Familien. Gleichzeitig besteht in der Region ein hohes Interesse an Bildungs- und Freizeitangeboten für Kinder, sowohl seitens der Schulen als auch der Gemeinden und des Tourismus. Die Museen sollen stärker als Lern- und Begegnungsort für Kinder positioniert und ein Vermittlungsangebot entwickelt werden, das langfristig genutzt werden kann und die regionale Kulturgeschichte altersgerecht vermittelt.

Nutzen und Wirkung 

  • Die Sichtbarkeit der gesamten Museumslandschaft steigt – regional wie überregional und kann vom Tourismus besser beworben werden.
  • Nähe und Vertrauen zwischen den Häusern wachsen, innovative Ideen entstehen und neue Kooperationsformen lösen alte Strukturen ab. 
  • Vielfältige Formate (Events, Sonderausstellungen, digitale Erlebnisse) verschmelzen zu einer mehrteiligen Serie, die zu Beginn die ersten fünf Häuser einbindet. Die Teilnahme nach den definierten Kriterien steht allen weiteren Museen und Ausstellungseinrichtungen im Bregenzerwald offen.
  • Besucherinnen und Besucher erleben eine kohärente, spannende Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – mit klaren, sinnhaften Verbindungen zwischen den Stationen und einer kindgerechten Vermittlung. 
  • Jedes Museum ist Türöffner zu einem anderen Museum in der Region. 

Ziele

  • Gemeinsame Erarbeitung und Erstellung Leitbild der „Bregenzerwälder Museen“
  • Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks für regelmäßige Zusammenarbeit, Co-Produktion und gemeinschaftliche Vermarktung. 
  • Entwicklung einer integrierten, interaktiven Museumslandkarte und eines einheitlichen Besucher:innenpfades. 
  • Verknüpfung: Von Museum zu Museum durch Geschichten, die sich gegenseitig weiterführen.
  • Produktion einer mehrteiligen Serie, die alle Häuser miteinschließt (Events, Ausstellungen, digitale Formate). 
  • Entwicklung eines altersgerechten, dauerhaft nutzbaren Vermittlungsprogrammes für Kinder im Primar- und Sekundarstufenalter und Verankerung im Museumsalltag.
  • Der Entwicklungsprozess wird so dokumentiert, dass andere Museen das Vorgehen auf ihre eigenen Sammlungen und Rahmenbedingungen anpassen können. Damit bleiben Wissen, Kompetenz und Erfahrung in der Region erhalten und können weitergegeben werden. 
  • Das Projekt trägt dazu bei, den Bildungsauftrag der Museen zielgruppenspezifisch umzusetzen und Kinder das Museum als Ort wahrnehmen zu lassen, der auch für sie gedacht ist.

Gemeinsames Leit- und verbindendes Erscheinungsbild  
Durch einen begleitenden Prozess werden ein übergreifendes Leitbild und ein wiedererkennbares Erscheinungsbild für die vernetzte Museumslandschaft „sehen und staunen“ entwickelt, das die Museen und Schaubetriebe des Bregenzerwaldes visuell, inhaltlich und emotional verbindet und gleichzeitig ihre Individualität respektiert. Mit diesem gemeinsamen Leit- und Erscheinungsbild möchte die Museumslandschaft des Bregenzerwaldes einen hohen Wiedererkennungswert erreichen, sich als kulturelle Einheit stärker positionieren und regional und überregional eine höhere Sichtbarkeit erlangen. Durch ein gemeinsames Leit- und verbindendes Erscheinungsbild soll die Grundlage für eine langfristige Kooperation gelegt werden. 

Museumlandkarte mit einem roten Faden aus Geschichten 
Die bestehende Museumslandkarte soll weiterentwickelt werden. Zu einem physischen und digitalen Leitinstrument, das Besucher:innen durch fortlaufende, gemeinsame Geschichten von Museum zu Museum führt und den Bregenzerwald als zusammenhängenden Kulturraum erfahrbar macht. Die Karte soll Einheimische und Gäste zu Mehrfachbesuchen durch motivierende weiterführende Geschichten/Erzählungen animieren und die Region soll als zusammenhängende Erzählung wahrgenommen werden. Um die Vernetzung auch visuell in den Museen darzustellen, entsteht ein Objekt, dass je in den Museen aufgestellt wird und so auch die Besucher:innen zum nächsten Museum leiten soll. 

Vermittlungskonzept Kinder und Pilotumsetzung
In einer ersten Phase erfolgt die inhaltliche und organisatorische Abstimmung mit dem Museumsteam sowie den beteiligten Schulen. Ziel ist es, einen klaren Projektumfang (Zielgruppen, Formate, Tiefe der Vermittlung) festzulegen. Anschließend werden vorbereitende Workshops mit Schulklassen durchgeführt. Durch einen partizipativen Entwicklungsprozess sollen Kinder aktiv in die Gestaltung der Vermittlungsformate eingebunden werden. Dadurch werden kulturelle Teilhabe, regionale Identifikation sowie ein positiver Zugang zu musealen Inhalten gestärkt. Darauf aufbauend erfolgen Museumsbesuche in Form begleiteter Erkundungen. Diese dienen nicht der klassischen Führung, sondern der aktiven Auseinandersetzung mit Objekten, Räumen und Inhalten. In weiteren Workshops werden die Eindrücke aus dem Museumsbesuch gemeinsam mit den Kindern ausgewertet und in konkrete Vermittlungsideen übersetzt. Diese werden zu ersten Prototypen weiterentwickelt und in einer Pilotphase erprobt. Am Ende des Projekts steht die Ausarbeitung eines dauerhaft nutzbaren Vermittlungsprodukts (z. B. Folder oder Entdeckungsheft) für Kinder und Familien. Parallel dazu wird der gesamte Entwicklungsprozess dokumentiert und so aufbereitet, dass er als Orientierung für andere Museen dient. 

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