Bezau Mitte
Proaktives Leerstandsmanagement mit bewussten räumlichen, funktionalen und atmosphärischen Gestaltungsmaßnahmen zur Vitalisierung des „Dazwischen“ für eine Verbindung der Ortszentrumsbereiche
Die Marktgemeinde Bezau zeichnet sich im Bregenzerwald durch eine Vielfalt unterschiedlicher Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten aus: Mode, Kosmetik, Deko-Artikel, Schuhe, Schmuck aber auch Obstgeschäft, Metzgerei und Bäckerei finden sich alle in Bezau. Gleichzeitig gibt es die Herausforderung leerstehender Geschäftsflächen besonders im Zentrum. In einem vorangegangenen Prozess hat sich gezeigt, dass es in Bezau zwei Ortskerne gibt: einerseits um den „Bahnhof“ und andererseits um den „Platz“ (Kirche, Volksschule, Bezirksgericht), die es durch die Vitalisierung des Zwischenbereichs für eine bessere Wahrnehmung und Stärkung des Ortszentrums zu verbinden gilt.
Im Projekt möchte die Marktgemeinde durch proaktives Leerstandsmanagement mit externer Unterstützung im Bereich der Projekt- und Quartiersentwicklung sowie der Landschafts- und Raumplanung diese zwei Bereiche mit bewussten Gestaltungsmaßnahmen aufeinander räumlich, funktional und atmosphärisch abstimmen und diese visuell und in der Attraktivität durch die Vitalisierung des Zwischenbereichs verbinden.
Bezau verfügt über ein Dorfzentrum „Platz“ rund um Pfarrkirche, alte und neue Volksschule, ehem. Krone und Gasthaus Hirschen und unweit ein starkes Geschäfts- und Dienstleistungszentrum im Bereich des Wälderbahn-Bahnhofs, beides wichtige Ortsschwerpunkte.
Obwohl es am Platz drei Geschäfte (Trevo, Gams1648, Adele) und den Dorfplatz gibt, wird dieser Bereich bislang nicht als integrierter Teil des Hauptzentrums wahrgenommen. Die räumliche Distanz, fehlende gestalterische Kontinuität und eine ungeordnete Parkplatzsituation verhindern eine funktionale Verbindung der beiden Zentrumsbereiche. Gleichzeitig entsteht durch das neue Lernhaus, multifunktionale Neunutzung der alten Volksschule, die geplante Stärkung der Krone (Verkauf an gutes Konzept) und die geplante Entwicklung beim ehemaligen Gasthaus Hirschen ein zukunftsträchtiges Gebiet, dessen Potenzial aufgrund der derzeitigen Gestaltung nicht ausgeschöpft werden kann.
Bereits frühere Prozesse – darunter eine LEADER-geförderte Gemeindeentwicklungsphase (2015-17) – haben gezeigt, dass dieser Standort eine Schlüsselrolle für Bezau spielt.
Zwischen diesen zwei fußläufigen Zentrumsbereichen gibt es desweiteren bereits einige leerstehende Geschäftsflächen und weitere Leerstände drohen in absehbarer Zeit. Dies führt ohne ein aktives Leerstandsmanagement zu weiterem Attraktivitätsverlust und einer gefühlten größeren Trennung beider Bereiche.
Das Projekt verfolgt das Ziel, beide Bereiche aufeinander räumlich, funktional und atmosphärisch abzustimmen und diese visuell und in der Attraktivität durch die Vitalisierung des Zwischenbereichs mit einer bewussten Gestaltung von Bebautem und Unbebautem zu verbinden.
Im Mittelpunkt steht:
- Ansiedlung neuer auf einander abgestimmter Geschäfte und Lokale in entstehenden und leerstehenden Flächen, die für Einheimische und Gäste ein Einkaufs- und Aufenthaltserlebnis bieten
- Stärkung der Nutzungsmischung zwischen Bildung, Gastronomie, Handel und öffentlichem Raum
- Erarbeitung und Kommunikation einer integrativen Parkplatzlösung (PKW und Fahrrad)
- Maßnahmen für sichere Wege für Kinder, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen
- Ein kohärentes, zukunftsfähiges nach außen wahrnehmbares Ortsbild. Der Vitalisierungsprozess soll als strukturbildender Impuls wirken, der die gesamte Ortsmitte wahrnehmbar zusammenführt und langfristig stärkt.
Das Projekt umfasst folgende Aktivitäten:
- Städtebauliche Analyse des Platz- und Geschäftsraums
- Landschaftsplanerisches Freiraumkonzept inklusive Varianten und Visualisierungen
- Analyse der Wege- und Bewegungsströme zwischen Bahnhof und Platz
- Entwicklung gestalterischer Elemente zur räumlichen und visuellen Verbindung beider Bereiche
- Ausarbeitung einer integrativen Parkraumstrategie in diesem Bereich
- Erarbeitung von Leitlinien für zukünftige räumliche und wirtschaftliche Entwicklungen
- Abstimmung mit privaten und öffentlichen Akteur:innen (Krone, Hirschen-Projekt, Gemeinde, Betriebe)
- Arbeiten zur Orts- und Nutzungsentwicklung durch Vermittlung und Vermarktung von Räumlichkeiten in zentraler Lage.
Erwartete Ergebnisse
- Eine klare, visualisierte Zukunftsvision des Bezauer Ortskerns für die verbesserte Außenwahrnehmung
- Konkrete Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für Gemeinde, Grundeigentümer:innen und Investor:innen
- Wahrnehmbarer, funktionaler Zusammenschluss der zwei Ortskernbereiche
- Verbesserte Wegebeziehungen und sichere Verbindungen für alle Generationen
- Bereiche, die Wirtschaft, Gastronomie, Handel, Schule, Gemeinde und Begegnung vereinen
- Struktur für eine zukunftsfähige und identitätsstiftende Dorfmitte
- Reduktion Leerstand und Attraktivitätssteigerung durch Ansiedlung neuer Geschäfte und Lokale