Barfuß im Park
Barfuß gehen wieder erlernen, Gleichgewicht und Trittsicherheit stärken sowie Natur erleben im Kurpark Riezlern / WalserPark
Im Kurpark Riezlern entsteht ein naturnaher Barfußpfad in der Form einer Acht, der Besucher:innen Natur, Biodiversität und Fußkraft auf spielerische Weise näherbringt. Der Pfad verbindet die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde und führt durch unterschiedliche Lebensräume wie Wiese, Biotop und Waldrand. Verschiedene natürliche Untergründe – darunter Kies, Sand, Holz, Moos und Erde – laden dazu ein, die Umgebung bewusst mit den Füßen zu erleben und über Balance-, Greif-und Achtsamkeitsübungen das eigene Gang- und Körperbewusstsein zu stärken.
Der Barfußpfad soll Impulse zur Fußgesundheit basierend auf spiraldynamischen Bewegungsprinzipien spielerisch und sicher vermitteln: Die spiralige Verschraubung und Aufrichtung von Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß ermöglicht eine funktionelle Abrollbewegung und eine ökonomische Kraftübertragung in der gesamten Beinachse. Die bewusste Schulung von Abrollmechanik, Zehengriff, Stabilität und Fußgewölbeaktivität stärkt das Zusammenspiel von Fuß, Knie und Hüfte und fördert eine physiologische Gang- und Haltungskontrolle. Die unterschiedlichen Untergründe dienen dabei als trainingswirksame Reize, welche Bewegungsqualität, Mobilität und Stabilität gleichzeitig verbessern.
Der Pfad verwendet weitgehend vorhandene Naturmaterialien, ist pflegeleicht, naturnah gestaltet und vermittelt zentrale Ökosystemleistungen des Kurparks. Entlang des Weges informieren Infotafeln und QR-Codes über Pflanzen, Lebensräume und Besonderheiten des Standortes. Der angrenzende Pflanzenlehrpfad ergänzt das Angebot und zeigt die Vielfalt der lokalen Flora auf kleinem Raum.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Einbindung der Bevölkerung: Schulen, Kindergärten, Vereine und die Lebenshilfe wirken bei Planung, Gestaltung und Umsetzung mit und nutzen den Pfad künftig für Bildungs-, Bewegungs- und Naturerlebnisangebote. Durch die Kooperation mit der Schuhklinik Rief werden zudem geführte Begehungen und Gesundheitsimpulse ermöglicht. So entsteht ein niederschwelliger Erlebnisraum für alle Generationen, der Bewegung, Naturwissen und Bewusstsein für Biodiversität innovativ verbindet und den Kurpark nachhaltig aufwertet.
Der Kurpark Riezlern befindet sich in einer umfassenden Neugestaltung und wird ab 2026 als „Spiel- und Erlebnisraum Riezlern“ zu einem zentralen Begegnungs-, Bewegungs- und Naturraum für alle Generationen weiterentwickelt. Der bestehende Park weist bereits wertvolle Lebensräume wie artenreiche Wiesen, ein kleines Biotop und Baumgruppen auf, bietet jedoch bislang kaum Möglichkeiten für niederschwellige Naturvermittlung, Sinneserfahrung oder Biodiversitätsbildung. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Ideen diskutiert, bis 2023 eine Projektgruppe gegründet wurde, die die gesamthafte Revitalisierung des Kurparks voranbringt.
Gleichzeitig hat das Kleinwalsertal mit „Natur bewusst erleben“ ein starkes Leitprojekt etabliert, das Naturbildung über drei Ebenen versteht: Natur = Ökosystemleistungen, bewusst = Sensibilisierung, erleben = innovative Vermittlung. Diese Prinzipien sollen auch im Kurpark sichtbar werden. Beispiele wie die Naturvielfalt-Wochen, Vielfalter-Schulen und Freiwilligenaktionen zeigen, wie erfolgreich naturbezogene Lern- und Beteiligungsangebote bereits im Tal funktionieren.
Das Projekt Barfuß im Park greift diese Ansätze auf und überträgt sie in eine kompakte, stationäre Form. Der entstehende Pfad nutzt die vorhandenen Naturstrukturen des Parks, macht Ökosystemleistungen greifbar und schafft einen natürlichen Lern- und Bewegungsraum, der sowohl spielerisch als auch achtsam genutzt werden kann. Durch die Initiative und Patenschaft von Johannes Rief (Orthopädieschuhmacher) und die Einbindung von Schulen, Vereinen, Kindergärten und der Lebenshilfe wird der Pfad von Beginn an gemeinschaftlich getragen.
Die Ausgangslage zeigt klar: Es bestehen der Bedarf und die Gelegenheit, den Kurpark um ein innovatives Natur- und Bewegungselement zu erweitern, das Biodiversität stärkt, Bildung ermöglicht und den Park nachhaltig aufwertet.
Das Projekt verfolgt das Ziel, im Kurpark Riezlern einen naturnahen Erlebnisraum zu schaffen, der Naturerlebnis, Biodiversität und Gesundheitsförderung miteinander verbindet. Mit dem barfuß-Angebot sollen Besucher:innen die Natur bewusst wahrnehmen, ökologische Zusammenhänge verstehen und sich gleichzeitig bewegen und entspannen können.
Ein zentrales Ziel ist die Vermittlung von Ökosystemleistungen. Besucher:innen sollen verstehen, welche Funktionen Wiese, Wald, Wasser und Boden im Naturhaushalt übernehmen. Der entstehende Pfad stärkt zudem das Bewusstsein für Biodiversität, indem er Pflanzen, Kleintiere und Lebensräume sichtbar macht und durch gezielte Naturmodule – wie Sandarium, Kräuterinseln oder Totholzstrukturen – fördert.
Ebenso wichtig ist die Gesundheits- und Bewegungsdimension: Unterschiedliche Untergründe regen Fußkraft, Balance und Körperwahrnehmung an. Die Acht-Form steht symbolisch für Balance, Gleichgewicht und Unendlichkeit. Übungen an Elementstationen sowie barrierearme Kiesabschnitte machen das Erlebnis für Kinder, Erwachsene und Senior:innen vielfältig zugänglich. Der neue Barfuß-Erlebnisraum kann selbstständig begangen werden, soll aber auch von Expert:innen für Gehkurse – insbesondere für Schüler:innen – genutzt werden.
Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Förderung der Fußgesundheit. Durch die wechselnden Bodenstrukturen werden die sensorischen Rezeptoren der Fußsohle aktiviert und die Propriozeption (Tiefensensibilität) gezielt geschult. Dies unterstützt Gleichgewicht, Koordination und Reaktionsfähigkeit und wirkt sich positiv auf die gesamte Körperstatik aus. Gleichzeitig werden durch das Barfußgehen die intrinsische Fußmuskulatur sowie die natürliche Stabilisierung des Fußgewölbes angeregt, was einen wertvollen Beitrag zur Prävention von Fehlbelastungen und muskulären Dysbalancen leisten kann.
Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Gemeinschaft und Beteiligung. Schulen, Kindergärten, Vereine und die Lebenshilfe beteiligen sich aktiv an der Entwicklung und Umsetzung. Dadurch entsteht ein gemeinschaftlich gestalteter Raum, der langfristig genutzt, gepflegt und weiterentwickelt werden kann.
Das Projekt schafft neben den weiteren Investitionen einen zusätzlichen attraktiven, naturnahen, ökologisch wertvollen Bewegungs- und Bildungsraum im Herzen von Riezlern und trägt zur langfristigen Erlebbarkeit und Erhaltung der lokalen Biodiversität bei.
Das Projekt umfasst die Gestaltung und Umsetzung eines naturnahen Barfußpfads im Kurpark Riezlern als innovatives Natur-, Bildungs- und Bewegungselement innerhalb des neuen „Spiel- und Erlebnisraums Riezlern“. Das neue Angebot orientiert sich an den Leitlinien von „Natur bewusst erleben“ und verbindet Biodiversitätsvermittlung, Gesundheitsförderung und niederschwellige Naturerfahrung in einem harmonischen Gesamtkonzept.
Zentrales Gestaltungselement ist eine achtförmige Wegführung, die unterschiedliche Lebensräume des Kurparks – artenreiche Wiese, Biotopzone und Waldrand – verbindet. Entlang des Pfades entstehen vier Themenstationen zu den Elementen Wasser, Feuer, Luft und Erde:
- Wasser (Westen): Naturstein-Sitzhalbkreis, Wasserrinne mit Kieseln, feuchte Untergründe und Duftkräuter.
- Feuer (Süden): Basaltsteine, Ziegelsplitt, Sandarium, wärmeliebende Kräuter und kleine Totholz-Biotope.
- Luft (Osten): Balancierstämme aus Totholz, einfache Koordinationsübungen, Windspiele und barrierearmer Kiesweg.
- Erde (Norden): Waldboden, Moos- und Lehmpassagen, Holzmulch und ein Nuss-/Schalenmix als Tastmaterial.
Die Stationen werden durch vielfältige natürliche Untergründe ergänzt – Kies, Sand, Holzrondelle, Rindenmulch, Moos, Lehm – sowie durch kleinere Erlebnismodule wie „Zapfenfenster“ (Zehengreifen), „Barfuß-Riffel“, „Sonnenfenster“ und „Schattenkurve“. Die Gestaltung erfolgt naturnah, wartungsarm und größtenteils mit Materialien aus dem Park.
Die unterschiedlichen Strukturen fördern gezielt die Fußgesundheit, indem sie die intrinsische Fußmuskulatur aktivieren, die Gewölbestabilität unterstützen und die Propriozeption (Tiefensensibilität) schulen. Im Sinne der Spiraldynamik® wird das physiologische Zusammenspiel von Rückfuß, Mittelfuß und Vorfuß erlebbar gemacht: Durch bewusstes Abrollen, Greifen und Stabilisieren wird die spiralige Aufrichtung des Fußes gefördert und die funktionelle Beinachse unterstützt. So entsteht ein niederschwelliger Trainingsraum für Balance, Koordination und eine gesunde Gangdynamik.
Zur Vermittlung von Biodiversität und Ökosystemleistungen entstehen Infotafeln mit kurzen Texten, einfachen Grafiken und optionalen QR-Codes für vertiefende Inhalte (Artenportraits, Natur-Challenges). Eine Einführungstafel, vier Elementtafeln, zwei Lebensraumtafeln sowie Baumportraits zu den markanten Parkbäumen unterstützen die Naturpädagogik.
Ein weiterer Bestandteil des Arbeitspakets ist die Umsetzung kleiner Natur- und Biodiversitätselemente: Sandarium, Kräuterinseln, Totholz- und Steinstrukturen sowie punktuelle Wiesenaufwertungen. Diese erhöhen die ökologische Wertigkeit des Kurparks und stärken die Verbindung von Naturerleben und Artenschutz.
Das Projekt wird gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt: Schulen und Kindergärten nutzen den Pfad künftig für Unterricht und Naturerfahrungen; Vereine wie Familienverband, Landschaftsschutz, Obst- und Gartenkulturverein, Elternverein sowie die Lebenshilfe wirken im Rahmen von Mitmachaktionen und Pflanzterminen aktiv mit. Die Schuhklinik Rief bietet ergänzende Geh- und Balanceführungen an und übernimmt eine Patenschaft zur langfristigen Nutzung.
Zentrales Anliegen des Projekts ist es, Natur und Biodiversität erlebbar zu machen. Dazu werden einerseits wie beschrieben die Elementstationen konzipiert und umgesetzt, andererseits sollen im gesamten Kurpark Tafeln Besucher:innen informieren: Einführungstafel, vier Element- und zwei Lebensraumtafeln (artenreiche Magerwiesen, Teichrand als Amphibienzone) sowie Infotafeln zu den acht Bäumen im Park (Rosskastanie, Lärche, Weide, Ahorn etc.) unter anderem als Vogel- und Insektenhabitat.
Die Gestaltung erfolgt nach vordefinierten Leitprinzipien:
- Naturbelassen & wartungsarm: minimale Eingriffe, Materialien aus dem Park (Steine, Totholz, Rindenmulch, Sand, Kies).
- Biodiversität sichtbar machen: Infotafeln mit kurzen Texten für vertiefende Inhalte (Artenportraits, kleine Challenges).
- Fußkraft & Gangbewusstsein: abwechslungsreiche Untergründe wie sie auf Wanderungen im Kleinwalsertal zu finden sind, Balance-Übungen und Mini-Features für Fußgesundheit und natürliches Gehen.
- Inklusion & Beteiligung: Mitmach-Bausteine (z. B. Nisthilfen, Insekten-Tränken, Totholzhaufen) mit Schulen, Lebenshilfe und Ferienprogrammen.
- Sicherheit & Wahlfreiheit: paralleler Kiesweg am Start & im Balance-Bereich; Balancier-Elemente mit flachen Aufbauhöhen; alle Materialien ohne scharfe Kanten.