Resilienzwochen

Neuausrichtung des Tourismusbetriebs in Richtung gesundheitsfördernde Angebote zur Verbesserung der individuellen Lebenssituation und Burn-Out Prävention mittels natürlicher Ressourcen und kreativer Arbeit.

Projektdauer: 22.02.2017 - 28.02.2019

Projektträger

Erholungsheim Maria Hilf

Montielweg 239a

6791 St. Gallenkirch

Kurzbeschreibung

Vor 30 Jahren wurde das Erholungsheim in St. Gallenkirch im Montafon erbaut. Die ersten 15 Jahre beherbergten die Schwestern des Franziskanerordens Maria Hilf Gäste und betreuten alleinstehende, betagte oder bedürftige Menschen aus dem Tal. Nach dem Bau des Pflegeheimes St. Gallenkirch verlagerte sich Ihr Betätigungsfeld mehr und mehr auf den Tourismus. Auf Grund der rasanten Entwicklung auch in diesem Wirtschaftszweig ist eine klare Positionierung des nun 30 Jahre alten Tourismusbetriebs höchst notwendig. Ihrem Auftrag entsprechend möchten die Schwestern, dass das Maria Hilf für die Menschen da ist, Gastgeber bleibt und sich ganz besonderes der Verbesserung der Lebenssituation und der Gesundheit des Einzelnen widmen.

In Maria Hilf wird ein Ort entstehen, der auf natürliche Weise die individuelle Lebenssituation der Gäste verbessert und der explosionsartigen Zunahme an körperlichen und psychischen Erschöpfungszuständen, begründet im zeitgeistlichen Lebensstil, entgegen wirkt. Methoden und Angebote zur Burn-out-Prävention unter Zuhilfenahme der Natur- (Garten) und Kulturlandschaft (Kreativwerkstatt) werden entstehen. Hierfür müssen der Gartenbereich und Innenhof mit Kreativraum entsprechend den Bedürfnissen angepasst und erweitert werden.

Für die entstehenden jährlichen Resilienzwochen sind Arbeitnehmer eine erste wichtige Zielgruppe. Diese werden über Kooperationen mit Unternehmen der Region erreicht. Innerhalb der Resilienzwochen, in drei Seminarschwerpunkten wird unter professioneller Begleitung Bezug auf die natürlichen Gegebenheiten der Landschaft und ökologischen Landwirtschaft, auf die kreative Arbeit im regionaltypischen Handwerk und Bewegung genommen. Die Steigerung der körperlichen Beweglichkeit, wertvolle natürliche Lebensmittel, aber auch Ruhe und Zeit für Reflektion sind wesentliche Bestandteile des Programms.

Ausgangslage

Im Rahmen des Leaderprojekts Ma-Hilf wurden in 2014 verschiede Szenarien der Positionierung und Weiterentwicklung von Maria Hilf untersucht. Nun geht es darum, gestärkt und überzeugt, die Erkenntnisse daraus auch umzusetzen. In zahlreichen Interviews mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, vor allem aber mit Psychotherapeuten und Psychiatern wurde uns die Notwendigkeit und Wirksamkeit dieses Konzeptansatzes bestätigt. Da es sich um ein ganzheitliches, Sektor übergreifendes und neuartiges Angebot handelt, wird um Unterstützung aus Leader ersucht. Auf Grund der dringenden Angebotserweiterung für betroffene Menschen, aber auch der wirtschaftlich begründeten Neupositionierung des Maria Hilf, ist eine zeitnahe Umsetzung anzustreben. Die Rahmenbedingungen sind auf Grund des bestehenden Beherbergungs- und des angeschlossenen Landwirtschaftsbetriebs günstig. So können, aufbauend auf den bestehenden Stärken, auf der Grundlage einer soliden und umfassenden Planung die erforderlichen Adaptierungen für Garten, Innenhof und Kreativraum realisiert werden. Die Ausprägungen der Montafoner Kulturlandschaft soll dabei ebenso berücksichtigt werden wie die neuesten Erkenntnisse aus dem Bereich Gesundheitsprävention.

Ziele/Wirkung

  • Die wirtschaftlich und emotional begründete Neupositionierung des Klosters Maria Hilf im Bereich der Salutogenese (Wissenschaft zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit) schafft in der Primärprävention ein wichtiges Angebot in der Region.
  • Kooperationen mit Unternehmen der Region aber auch Fachleuten zur Umsetzung des Angebotes werden getroffen.
  • Der neu geschaffene Gartenbereich, Innenhof und Kreativraum bilden die Rahmenbedingungen, dass das definierte Angebot der Resilienzwochen auch umgesetzt werden kann.
  • Der Gemeinschaftsplatz und Ruheraum Garten ist öffentlich frei zugänglich.
  • Das professionell begleitete Wechselspiel von praktischer Betätigung in der Natur bzw. im kreativen Bereich und den darauf abgestimmten Ruhezeiten fördert den Aufbau der Resilienz der Teilnehmer.
  • Gästen soll neben der Naturschönheit im Winter auch die blühende Naturlandschaft in den restlichen Jahreszeiten näher gebracht und damit ein Beitrag zur Ganzjahresdestination geleistet werden.
  • Durch das Rahmenprogramm der Resilienzwochen soll die Kommunikation zwischen Einheimischen und Gästen intensiviert und von regionalem Handwerk begleitet werden.
  • Das Projekt kann Vorzeigebeispiel für vergleichbare Regionen sein.

Inhalte

Zentrale Aufgabe im Projekt ist die Schaffung und Platzierung eines Angebotes zur Gesundheitsprävention am Markt sowie die Anpassung der hierfür benötigten Infrastruktur. Es bedarf einer detaillierten Verschriftlichung der Zielsetzung und ein Marketing- und Kommunikationskonzept, um vorausschauende Planungsgrundlagen zu erstellen, schnell Bekanntheit zu erlangen und das neue Angebot erfolgreich anzubieten. Sich wohlfühlen und finden ist eine der wichtigsten Komponenten der Resilienzwochen. Um dies bestmöglich zu unterstützen, werden Teile der Infrastruktur des Klosters Maria Hilf für diesen Zweck optimiert. Im Innenhof wird durch die Aufwertung der Sitz- und Verweilmöglichkeiten ein Kreativarbeitsplatz in Wechselwirkung mit dem vom Platz einsehbaren und neuen Kreativraum entstehen. Die vorgelagerte Wiese wird in einen öffentlich zugänglichen Entspannungs- und Nutzgarten mit angebautem Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter im Sinne der Naturvielfalt der Region verwandelt. Barrierefreie Wege durch den Garten, Erschließungen der Mariengrotte angebunden an bestehende Wanderwege und ein kleiner Bachlauf durch das Gelände schaffen eine Wohlfühlumgebung für die Eckpfeiler des neu geschaffenen Angebotes; Natürlichkeit, Regionalität und Gesundheitsförderung.

Basierend auf dem erarbeiteten Marketingkonzept wird das neue innovative Angebot zur Stärkung der Resilienz aktiv und breit beworben um bereits erste Resilienzwochen im Sommer 2017 anzubieten und für 2018 im Sommer weiterzuentwickeln. Parallel und nach dem Projekt wird die restliche Infrastruktur basierend auf den definierten Eckpfeilern adaptiert und erweitert.

Resultate

  • Das Projekt soll den Erhalt von Maria Hilf als besonderen Ort im Tal Montafon sichern und für verschieden Branchen ein Ort bieten sich gegenseitig finden.
  • Die touristische Landschaft des Montafon wird um einen Beherbergungsbetrieb reicher, dessen Gäste nicht primär das touristische Angebot im Winter nutzen und dadurch vermehrt die Frequenz in den restlichen Monaten steigern.  
  • Für die Gesundheitsprävention stellt das Angebot (Resilienzwochen, Seminare, …) eine preisgünstige Ergänzung zu den bestehenden Einrichtungen in diesem Bereich dar. Der große Gewinn des Angebotes ist, dass der Gedanke der Salutogenese auf einer sehr niedrigschwelligen Ebene vorgestellt und erfahren werden kann.
  • Der Garten wird zeigen, dass regionale Produktion verbunden mit den geographischen Gegebenheiten und dem Einsatz der hier lebenden Menschen eine Vielzahl von Nutzpflanzen hervorbringt. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur gewünschten und notwenigen Diversifizierung der Landwirtschaft und trägt zur gesunden und regionalen Ernährung bei.
  • Diese Art der Flächenbewirtschaftung bildet die Voraussetzung für eine soziale Landwirtschaft.
  • Die Realisierung dieser neuen Positionierung begünstigt die wirtschaftliche Situation und ermöglichen Folge-Investitionen von ca. € 310.000.-

Bezug zum Programm

  • 3GW.07 Wissen zur Gesundheitsprävention vermitteln und beispielgebende Maßnahmen umsetzten.

Weitere Maßnahmen welche das Projekte bedient:

  • 1WS.04 Bewusstsein für regional authentisches Handeln steigern
  • 2NH.03 Lokales Natur- und Kulturgut zu Erhaltung erlebbar gestalten  

Im erarbeiteten Konzept aus dem Jahr 2014 findet sich eine große Anzahl an branchenübergreifenden Zielsetzungen, welche aktuell und regional entwickelt wurden. Das Projekt bezieht sich auf die Tourismusstrategie 2020, Ökoland Vorarlberg und die Schaffung von Green Care Angeboten.

Folgende Bereiche der unter 11 EU-GSR aufgezählten thematischen Ziele bildet das Projekt ab:

  •  Ziel 3: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU’s, Schaffung und Erweiterung von Produkt- und Dienstleistungskapazitäten
  • Ziel 8: Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität von Arbeitnehmern