BeimSenn

Sichtbarmachung von regional-authentischem Handeln über einen Regionalladen, Ausstellung und Gastronomie in der alten Sennerei.

Projektdauer: 24.03.2020 - 31.12.2021

Projektträger

Gemeinde Warth

HNr. 32

6767 Warth

Kurzbeschreibung

Mit dem Projekt „Beim Senn“ soll im ehemaligen Sennereigebäude, von der Gemeinde für 20 Jahre gepachtet, ein Regionalladen ausschließlich für heimische Produkte aus der Region entstehen. Bereichert wird der Laden durch eine integrierte Ausstellung zur Skigeschichte der Region in Verbindung mit der kulturlandschaftlichen Entwicklung anhand der vorhandenen Elemente in der Sennerei, die erhalten bleiben. Abgerundet wird das Ladenkonzept durch einen kleinen Gastronomiebereich, ebenfalls mit regionalen Produkten. Die geplante Produktepalette reicht von Milch- und Fleischprodukten, saisonalem Obst und Gemüse über Kräuter, Gewürze, Tees, Bienenprodukte, Eingemachtes, Liköre, Destillate bis hin zu regionalen Handarbeits- und Handwerksprodukten. Zur Erhaltung der Authentizität sollen auch die Infrastruktur und der Service die lokale Kultur wiederspiegeln. Nach der Sanierung des alten Sennereigebäudes wird die ursprüngliche Verwendung weiterhin sicht- und spürbar sein und dieses Kulturgut für längere Zeit erhalten bleiben.

Für die Gemeinde und die restlichen Beteiligten sollen durch dieses Projekt das Verständnis und die Kompetenz in Sachen ortsgerechter Gestaltung von Raum- und Serviceangebot steigen.

Ausgangslage

Die Sennerei Genossenschaft Warth hat ihr altes Gebäude im Jahr 2007 aufgelassen, als der langjährige Pächter Alois Feuerstein ein eigenes multifunktionales Gebäude mit Sennerei, Metzgerei, Imbiss und Appartements in der Nähe errichtet hat. Ab Mai 2020 wird auch der Sennereibetrieb in der Wälder Metzge in Warth beendet. Zukünftig wird die Milch der ansässigen Bauer*innen in der Lechtaler Naturkäserei in der benachbarten Gemeinde Steeg verarbeitet. Im Gegenzug werden alle Milchprodukte im neu geplanten Regionalladen angeboten.

Bis dato hat sich eine nachhaltige authentische Nutzung für die alte Sennerei noch nicht ergeben. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und muss bei einer Weiternutzung komplett saniert werden. Dazu soll die Grundstruktur außen wie innen möglichst erhalten bleiben. Etwaige andere Nutzungen wie ein weiteres Sportgeschäft oder auch reine Mitarbeiter*innen Wohnmöglichkeiten tragen nicht zu mehr Regionalität im Ortszentrum bei. Mit dieser Nutzung wäre überdies nur die starke Wintersaison abgedeckt.

Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde Warth im Jahr 2019 dafür entschieden, das alte Sennereigebäude langfristig für zwanzig Jahre zu pachten. Entsprechende Verträge sind bereits unterzeichnet und erste Gespräche mit regionalen Anbietern wie Holzschuh Devich, Bentele Genuss und der Lechtaler Naturkäserei wurden bereits geführt. Die Suche nach einer Pächter*in ergab bisher, dass fünf einheimische Personen bzw. Betriebe ihr Interesse bekundeten. Mit der zukünftigen Pächter*in wird der Verkauf der heimischen Produkte vertraglich vereinbart. Sollte sich im Projektverlauf mit den Interessierten keine Einigung finden, wird die Gemeinde den Regionalladen betreiben.

Viele Gäste besuchen die Region auch, um regionstypisches zu erleben. Der erste Kontakt führt hierbei meistens über regionale Produkte. In Richtung Konsument*in, ob Gast oder Einheimische, richtet sich die Frage, wie regionale Lebensmittel und Produkte noch stärker zu einem Bestandteil regional-authentischen Handelns werden können. Hier gilt es Bewusstsein zu schaffen. Ein Regionalladen als zentraler Anlaufpunkt, der mit seinen Produkten die Region abbildet, könnte einen Beitrag leisten.

Ziele/Wirkung

Ziele:

  • Aktivierung des Objektes im Dorfzentrum zur Nutzung als Regionalladen
  • Ausbau einer authentischen dörflichen Infrastruktur zur Stärkung des Bewusstseins für regionales Handeln
  • Aufbau eines ganzjährigen Regionalladens mit dazu gehöriger Kleingastronomie
  • Vernetzung von Produzent*innen zur Vermarktung regionaler Produkte

Wirkung

  • Aufbau eines Absatzmarktes für Produkte aus der Region
  • Erhalt authentischer Architektur und deren Nutzung
  • Zusätzliche ganzjährige Nahversorgung für Einheimische und Gäste
  • Vernetzung Landwirtschaft, Handel und Tourismus

Inhalte

Im Projekt geht es im ersten Schritt darum, alle Beteiligten (Gemeinde, Handwerker*innen, Produzent*innen, Pächter*in und Tourismusbetriebe) hinsichtlich des Themas „Regionale Authentizität“ zu sensibilisieren und zur Zusammenarbeit zu gewinnen. Ein entsprechendes Shop-Konzept mit Verkaufs-, Ausstellungs- und Gastrobereich und zugrundeliegendem Geschäftsmodell wird hier detailliert. Dies kann von einer reinen Verpachtung bis hin zu einer Produzenten-Anbieter-Vereinigung reichen. Alle Varianten haben gemeinsam, dass der Regionalladen ganzjährig geführt werden muss und ausschließlich heimische, regionale Produkte anbietet und verarbeitet. Die Namensgebung soll die Regionalität und Authentizität noch mehr unterstützen. Ein Beispiel wäre hier „Beim Senn“.

Die geplante Ausstellung zur Skigeschichte in Kombination mit den Entwicklungen in der Natur- und Kulturlandschaft und deren regionaler Produkte mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit könnte dazu beitragen, das Thema in die Breite zu tragen und den Blick zum Thema hingehend zu schärfen.

Das Sennerei-Gebäude bleibt von außen möglichst unverändert. Auch im Inneren sollen sich im Erdgeschoss immer noch Elemente von damals finden und auf die ehemalige Sennerei und die Kulturlandschaft hinweisen. So wird z.B. der alte Sennkessel im neuen Verkaufsraum erhalten bleiben. Für einen Weiterbetrieb bzw. eine Umnutzung des Gebäudes samt betriebsrechtlichen Genehmigungen sind gewisse Sanierungen (z.B. Elektro- und Installationsarbeiten, neue Fenster, verschiedenste Auflagen - Lüftung) und Adaptierungen (Abbrucharbeiten) unumgänglich. Die im Obergeschoss befindlichen Wohnungen werden außerhalb dieses Projektes ebenfalls saniert.

Resultate

  • Erarbeitetes und umgesetztes Shop-Konzept und Geschäftsmodell für den Regionalladen „Beim Senn“
  • Der Regionalladen samt Ausstellung hat mit seinen Netzwerkpartnern den Betrieb aufgenommen.
  • Eine neue authentische Nutzung des Leerstands im Ortsgebiet wurde erreicht.
  • Die Gemeinde hat eine vorbildliche Aktion zu einem regional-authentischen Handeln umgesetzt, die zur Nachahmung anregt. Die Unternehmerkompetenz in Sachen ortsgerechter, authentischer Gestaltung von Raum und Serviceangebot ist gestiegen.
  • Für die Einheimischen und Gäste wurde eine Einkaufsmöglichkeit für heimische regionale Produkte samt Treffpunkt geschaffen.

Bezug zum Programm

1WS04 Bewusstsein für regional authentisches Handeln steigern, mit Auswirkungen auf

2NH04 Alte Bausubstanz in Dorfzentren kreativ nutzen

Ökoland Vorarlberg, Strategie Landwirtschaft Vorarlberg 2020, Ziel 4: Partnerschaft mit Tourismus und Handel, Ziel 8: Wertschätzung und Wertschöpfung von regionalen Lebensmitteln steigern

Weitere Informationen

  • Langfristiger Pachtvertrag zwischen der Sennerei-Genossenschaft und der Gemeinde Warth ist unterschrieben.
  • Das Bauverfahren zur Umnutzung ist am Laufen.