Attraktionspunkt Bielerhöhe

Entwicklung eines Businessplans für die Bielerhöhe als Attraktionspunkt im Montafon für eine nachhaltige Auslastung mit und ohne Schnee.

Projektdauer: 08.06.2016 - 31.07.2018

Projektträger

Montafon Tourismus GmbH

Montfonerstrasse 21

6780 Schruns

Kurzbeschreibung

Als Alternative zum breiten Skitourismus drängt es immer mehr Personen abseits der Pisten, um in ihrer Freizeit Erholung, Bewegung und Ruhe in der Natur, weg vom Ballungsraum, zu finden. Im Montafon ist die Bielerhöhe besonders im Winter bei Schnee ein solcher Attraktionspunkt. Die Besonderheit im Winter ist, dass aufgrund der Sperre der Silvretta-Hochalpenstraße die Bielerhöhe nur mit der Pendelbahn und dem Busshuttle durch den Versorgungsstollen der Illwerke erreichbar ist. Dieses Nadelöhr erlaubt nur eine begrenzte Anzahl an Erholungssuchenden von Partenen aus in das naturlandschaftlich attraktive Gebiet zu bringen. An schönen Tagen ist die Auslastung des Zubringers nahezu erreicht, eine konstante Auslastung ist im Winter jedoch aufgrund fehlender konkret ausgearbeiteter Produkte und Angebote nicht vorhanden. Gleichzeitig steigen die Anfragen von Gästen bei Montafon Tourismus im Bereich alternativer Wintersportarten (Skitouren, Schneeschuhwandern, Langlaufen, Winterwandern) stetig. Auch von Seiten Galtür im Paznauntal besteht starkes Interesse zur Bespielung dieses Naherholungsgebietes im Winter. Bei offener Passstraße entstehen im Sommer/Herbst durch die vielen Motorradfahrer neue Bedürfnisse an die Erschließung und Infrastruktur. Seit 1970 hat sich die Kundenstruktur deutlich geändert. Bei nahezu gleicher Fahrzeuganzahl hat sich die Personenanzahl um die Hälfte reduziert.

Mit der Fertigstellung des Kraftwerkbau Obervermuntwerk 2 im Jahr 2018 möchte Montafon Tourismus gemeinsam mit Illwerke Tourismus die Chance für das gesamte Montafon nutzen, die Bielerhöhe in den Bereichen Bewegung, Erschließung und Infrastruktur sowie Wissensvermittlung neu Inwert zu setzen. Am Ende des Projektes „Attraktionspunkt Bielerhöhe“ liegt ein gemeinschaftlich erarbeiteter, auf Wirtschaftlichkeit geprüfter und durch die Tourismusinteressenten umsetzbarer Businessplan zu den Themen vor. Die Umsetzungsarbeit erfolgt außerhalb des Projektes.

Ausgangslage

Die Finalisierung des Kraftwerkbaus Obervermuntwerk 2 im Jahr 2018 bringt für die Bielerhöhe einige Veränderungen mit sich. Durch das neue Pumpspeicherkraftwerk wird der Silvretta See im Winter nicht mehr zufrieren. Zurzeit sind die höchstgelegenen Loipen Vorarlbergs und somit das Langlaufen auf dem gefrorenen See eines der wenigen konkret ausgearbeiteten und beworbenen Angebote auf der Bielerhöhe, für welches ein möglichst gleichwertiger Ersatz gefunden werden sollte.

Der Wegfall der bisherigen, oberirdischen Druckrohrleitung des Kraftwerkes eröffnet hier Möglichkeiten und Raum für eine neue und nachhaltige Nutzung des Gebietes unterhalb des Silvretta Sees für Bewegung und Sport. Durch das sich ändernde Verkehrsaufkommen und die Kundenstruktur (es werden immer mehr Motorradfahrer) während der Sommermonate, (1970: 550.000 Personen, 130.000 Fahrzeuge, 2015: 275.000 Personen, 80.000 Fahrzeuge), ergeben sich neue Anforderungen an die Erschließung und Infrastruktur (Parkplätze, Verpflegung, Services). Gerade deshalb gilt es auch nachhaltige, CO2 günstige Erschließungen für den Ausflugsverkehr, (Kombination ÖPNV, Pendelbahn und eBike/Segway; Panoramabus, CO2 angepasste Maut) zu prüfen und Infrastrukturen zu überdenken. Auch bereits erarbeitete Themen zum Kraftwerksbau, zum Bau der Silvretta Hochalpenstraße, zur Entwicklung der Energiewirtschaft und zur Kulturlandschaft (Silvretta Historica) sind vorhandenes Wissen, für welches Möglichkeiten und Potentiale zur Vermittlung gewünscht sind.

Ziele/Wirkung

Unter breiter Einbindung von Akteuren im Tourismusgebiet Montafon soll in einem Planungsprozess (Konzeption, Planung und Finanzierbarkeit) gemeinschaftlich der Attraktionspunkt Bielerhöhe für die Region entwickelt werden. Das Ziel ist ein Businessplan für die Bereiche Bewegung und Sport, Erschließung und Infrastruktur sowie Wissensvermittlung. Der Businessplan wird nach dem Projekt federführend durch Illwerke Tourismus gemeinsam anderen Leistungspartnern zur Umsetzung gebracht.

Durch ein ganzheitliches Konzept für die Bielerhöhe soll dieser einzigartige Naturraum nachhaltig erschlossen und gleichzeitig Wertschöpfung für die Region geschaffen werden. Die neu definierten Angebote und Erschließungsmöglichkeiten führen zu einer gleichmäßigen Auslastung im Winter und Sommer bei Gut- und Schlechtwetter.

Inhalte

Im Projekt werden zu den drei Themenschwerpunkten wirtschaftlich umsetzbare Konzepte erarbeitet, welche dem im Montafon urlaubenden Gast neue alternative Möglichkeiten in Fortbewegung, Erlebnissen und Erholung sowie Informationsvermittlung bieten. Hierfür werden unter breiter Beteiligung in Einführungsveranstaltungen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen abgesteckt, um im Anschluss in den jeweiligen Arbeitsgruppen in die Detailausarbeitung zu gehen.  Die breit abgestützten und wirtschaftlich geprüften Ergebnisse werden im Anschluss bei entsprechender Wirtschaftlichkeit durch die Tourismusinteressenten umgesetzt, um Rahmenbedingungen für eine gleichmäßigere Ganzjahresauslastung mit Erlebniswert zu schaffen.

Resultate

Das Ergebnis im Projekt ist ein Businessplan für die Bereiche Bewegung und Sport, Erschließung und Infrastruktur sowie Vermittlung und Inwertsetzung mit Kostenermittlung (Investition, Betrieb, Instandhaltung), Finanzierbarkeit und Machbarkeit hinsichtlich Technik, Behörden, Organisationen und Akzeptanz.

  • Erschlossenes Gebiet: rd. 60 ha Bielerhöhe ringsum die Passhöhe mit ausgebauten und konkretisierten Angebot mit Intelligenter Vernetzung von Erschließung und Infrastruktur.
  • Anzahl eingebundener Gemeinden: 9 Montafoner Gemeinden plus Galtür im Paznauntal
  • Anzahl eingebundener Organisationen: Montafon Tourismus, Vorarlberger Illwerke AG, Illwerke Tourismus, Stand Montafon, Montafoner Museen, Vorarlberg Tourismus, Tourismusverband Paznaun – Ischgl, …
  • Anzahl eingebundener Personen: Kernteam 15 Personen; Involvierte Personen 200 (Bergführer, Anrainer, Hoteliers, …)
  • Naherholungskonzepte: 1
  • Gleichmäßige und nachhaltige Winter/Sommer- sowie Gut/Schlechtwetterauslastung durch Besucher

Bezug zum Programm

1WS03 Nachhaltige Erschließung von Naherholungsgebieten organisieren