Daseinsvorsorge

Transnationale Daseinsvorsorge im Gesundheitsbereich durch innovative Kooperationen im Grenzgebiet Leiblachtal und Westallgäu.

Projektdauer: 22.03.2016 - 30.11.2019

Projektträger

Regio Leiblachtal - Energieregion Leiblachtal

Gwiggen 1

6914 Hohenweiler

Kurzbeschreibung

Nachhaltige Etablierung einer transnationalen Daseinsvorsorge im Gesundheitsbereich durch innovative Kooperationen in der Modellregion Leiblachtal und Westallgäu (Scheidegg, Oberstaufen) zum Wohle der Bevölkerung und der ländlichen Region.
Unterschiede zum bereits seit 2014 bestehenden Gesundheitsnetzwerk in Scheidegg :

1. Neue Inhalte:

  • Fachkräftesicherung durch Akquise von Arbeitnehmern ehemaliger Ostblockländer und durch Integration von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit den Kliniken und dem Landratsamt Lindau
  • Demenznetzwerk
  • Transnationalität verbunden mit einer Erweiterung des Wirkungsbereichs

2. Weiterführung von Inhalten:

  • Betriebliche Gesundheitsvorsorge: Analyse der Anbieter und Firmen bereits vorhanden - Konzept und Umsetzung noch nicht erfolgt.
  • Glutenfrei Scheidegg:Konzept erstellt und Bedarfe ermittelt: Umsetzung erforderlich (Zöli und Glutenfrei-Guide für die Kurverwaltung)

Ausgangslage

Aufgrund der demographischen Entwicklung und der Herausforderungen umwelt- und arbeitsplatzabhängiger gesundheitlicher Belastungen, die dies- und jenseits der Grenze gleich verlaufen, kommen in naher Zukunft auf die ländliche Region sehr große Herausforderungen im Gesundheits- und Vorsorgebereich zu. Diese könnten im Rahmen einer grenzübergreifenden Kooperation gelöst werden, denn in beiden Teilregionen gibt es Anbieter und innovative Lösungsansätze für die bestehenden Probleme und zugleich langjährige und gute Erfahrungen bezüglich transnationaler Projekte. Zugleich fehlen auf beiden Seiten Personalressourcen für die Umsetzung, es besteht ein Informations- Kooperations- und Aufklärungsdefizit sowie ein Fachkräftemangel in den angesprochenen Bereichen. Die Kleinanbieter, die gemeinsam das Konzept „Glutenfrei Scheidegg“ mit ihren Leistungen bedienen, werden derzeit noch zu wenig gestärkt, vermarktet und qualifiziert.

Ziele/Wirkung

Sicherung von Fachkräften im Versorgungs- und Präventionsbereich (LES 2014-2020 Zielsetzung IV, Regionalentwicklung WAL-BB, S. 54, Abb. 17)
Gesunderhaltung der Arbeitnehmer und Fachkräfte in der Region (LES 2014-2020 Zielsetzung IV, Regionalentwicklung WAL-BB, S. 54, Abb. 17)
Altersgerechte medizinische Versorgung und Betreuung für Senioren und demenziell Erkrankte.(LES 2014-2020 Zielsetzung III, Regionalentwicklung WAL-BB 2014-2020, S. 54, Abb. 17)
Zielgerichtete Weiterentwicklung des gesundheitstouristischen Alleinstellungsmerkmals „Glutenfrei“ in Scheidegg mit Ausstrahlkraft für die gesamte touristische Region Westallgäu.(LES 2014-2020 Zielsetzung II, Regionalentwicklung WAL-BB, S. 54, Abb. 17)
Querschnittsziel Netzwerksarbeit: Sowohl in den Entwicklungszielen der Allgäu GmbH (Standortmarketing und Fachkräftesicherung), des Landkreis Lindau (Seniorenpolitisches Gesamtkonzept) als auch in der Strategie Allgäu 2020 (Netzwerk Regionalentwicklung Allgäu) sind die Inhalte der Arbeitspakete des Transnationalen Gesundheitsnetzwerks als maßgebliche Ziele benannt. LES-2014-2020 Zielsetzung Netzwerkarbeit, Regionalentwicklung WAL-BB, S. 48-52)
Dauerhafte Beschäftigung der Netzwerksmanager in der Lead-Gemeinde Scheidegg (Anteil 82%) ist vorgesehen. Für die Kostenentlastung ist eine langfristige Bindung von ko-finanzierenden Netzwerkspartnern wie Kliniken, Gesundheitsanbieter und Betriebe geplant.

Inhalte

1. Gewinnung und nachhaltige Bindung von Fachkräften durch gegenseitigen Austausch und Netzwerksarbeit zwischen den Kliniken:

  • Einführung eines standardisierten administrativen Verfahrens in der Akquise gut ausgebildeter Fachkräfte aus den ehemaligen Ostblockstaaten(Ungarn, Ukraine)
  • Nutzung der Potentiale von Zugewanderten in Pilotprojekten durch Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt der Reha-Kliniken als Praktikanten oder einfache Hilfskräfte mit dem Ziel einer Ausbildung in Mangelberufen wie Pflegefachkraft KinderpflegerIn, ErzieherIn, in enger Kooperation mit dem Landratsamt Lindau (Beispiel Prinzregent-Luitpold Klink, KJF, siehe Beispiel im Anhang)
  • Organisation eines umfassenden Angebots von Zusatzleistungen für neue Arbeitnehmer (Sprachkurse, Integrationsangebote, Kinderbetreuung, soziale Integration über Vereine) zur Arbeitsplatzbindung

2. Innovatives Demenznetzwerk:

  • Über das Thema Demenz und über Hilfen regelmäßig informieren, vor allem über den Gesundheitsatlas, als maßgebliche Informations- und Kommunikationsplattform für alle Betroffenen und Fachpersonen
  • Gesundheitskongress als Plattform nutzen - Fachreferenten einladen
  • Pressearbeit - Lesungen, Büchertische, Workshops organisieren - Bürgerinformationsabende - Tag der offenen Tür in Seniorenheimen organisieren
  • Austausch Betroffener, Helfer und Fachkräfte organisieren - Demenzhotline - betreuter Nachmittag für Betroffene - Angehörigenentlastungsangebote -Demenzgottesdienste - Theater- und Filmabend zum Thema
  • Ehrenamtliche Strukturen in der Demenzhilfe stärken
  • Gemeinsame Fortbildungsangebote organisieren -Schulungsmaßnahmen organisieren - Bevölkerung einbinden (öffentlichen Dienst, Bürgerservice der Gemeinden, Polizei, BusfahrerInnen usw. Dienstleister, Banken…, Ausbilder gewinnen
  • Akzeptanz dementiell Erkrankter erhöhen durch Aufklärung

3. Schaffung von Präventionsangeboten im Rahmen eines koordinierten betrieblichen Gesundheitsmanagements in Kooperation mit Firmen und Handwerksbetrieben:

  • Situationsanalyse in Scheidegg bereits erfolgt in 2007-2013 – weitere Erfassung in Vorarlberg  Das Angebot an Gesundheitsdienstleistern in der Region ist sehr umfangreich. Momentan haben diese Anbieter zwar Potential für eine betriebliche Gesundheitsförderung, jedoch Bedarf es hier einer Kooperation verschiedener Anbieter, um ein ganzheitliches Angebot zu schaffen. Die Situationsanalyse umfasst zum einen den momentanen Stand der Leistungserbringer in Bezug auf die betriebliche Prävention und zum anderen die aktuellen Tätigkeiten der untersuchten Firmen hinsichtlich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Aktuell hat die Marktgemeinde Scheidegg zahlreiche verschiedene Gesundheitsanbieter u.a. fünf Rehakliniken, ein Diagnostik- und ein Therapiezentrum, Anbieter für Kur- und Heilbehandlung, Ernährungsberater und Heilpraktiker. Aufgrund des großen Angebots, wird hierfür eine Übersicht geschaffen, damit eine passende Kombination der Anbieter auf eine betriebliche Gesundheitsförderung abgestimmt werden kann.
  • Analyse von Arbeitsplatzbeschreibungen, in Scheidegg bereits erfolgt in 2007-2013 – weitere Erfassung in Vorarlberg und Übertragung der Daten aus Scheidegg notwendig: Bevor ein Präventionskonzept entwickelt werden kann, muss zuvor eine umfangreiche Analyse der Arbeitsplatzbeschreibung erfolgen. Hierbei handelt es sich um typische Tätigkeiten, die zu Belastungen für die Mitarbeiter führen können. Darunter fallen körperlich anstrengende Arbeiten, aber auch die Tätigkeiten im Büro.
  • Ermittlung gemeinsamer beruflicher Belastungen: Wenn in den Firmen die Arbeitsplatzbeschreibungen vorliegen, wird versucht ähnliche Tätigkeiten bzw. Belastungen zusammenzufassen. Somit kann das Präventionskonzept zielgruppenspezifisch aufgebaut werden. Das Ziel hierbei ist, dass typische Belastungen im Arbeitsalltag entwickelt werden, die auf andere Firmen übertragbar sind. Beispielsweise können lange sitzende Tätigkeiten sowohl im Büro als auch in der Produktion, als dieselbe körperliche Beanspruchung haben.
  • Entwicklung eines Präventionsportfolios auf Basis der gemeinsamen Belastungen: Mithilfe der Gesundheitsdienstleister in Scheidegg soll nun auf Basis der entwickelten Belastungen ein ganzheitliches Präventionsprogramm erstellt werden. Abhängig von der betrieblichen Belastung, werden die entsprechenden Leistungsanbieter in das Programm mit einbezogen. Das Präventionsportfolio wird mit ärztlicher Betreuung aufgebaut und beinhaltet insbesondere die Bewegung, Ausdauer und den Muskelaufbau. Daneben wird, je nach Bedarf, die Ernährung die psychologische Betreuung integriert.
  • Handlungsempfehlungen: In diesem Schritt sollen nun die zielgruppenspezifischen Handlungsempfehlungen für die Beispiel-Firmen entwickelt werden. Es wird aufgezeigt wie das Angebot des Präventionsportfolios in den Betrieb integriert werden kann. Des Weiteren wird eine Kostenanalyse aufgestellt, die für die das Präventionsangebot anfallen. In diesem Zusammenhang werden auch Finanzierungsmöglichkeiten für die Betriebe erarbeitet. Abhängig von der Leistung, wird das Angebot von dem Betrieb, den Krankenkassen und evtl. aus Fördermitteln finanziert.

4. Sicherung und zielgerichtete, intensive Unterstützung der Glutenfrei-Anbieter in Scheidegg und Verstärkung der Marketingmaßnahmen.

  • Qualifizierung der Kleingastgeber mit einem Glutenfrei Angebot
  • Unterstützung der Glutenfrei Gastwirte und Bäckereien
  • Umsetzung des Maskottchens „Zöli“ für Kinder eventuell mit Leader-Förderung
  • Schaffung einer Stelle „Zöliakie-Guide Scheidegg“ in der Kurverwaltung.
  • Schulungsangebote und Verstärkung der Kooperationen mit anderen Tourismusgemeinden mit einem Allergiefrei Angebot, Bekanntmachung des Glutenfrei-Angebots für Tagestouristen umliegender Gemeinden.
  • Verlängerung der Tourismus-Saison.

Resultate

  1. Mittelfristige Sicherung und Ausbau der Versorgung mit Fachkräften im Medizin- und Pflegebereich für Scheidegg.
  2. Schaffung innovativer nachhaltiger Lösungen für die individuelle Versorgung dementiell Erkrankter.
  3. Konzepterstellung und Umsetzung zum Erhalt der Gesundheit der Arbeitskräfte in der Region zur unter Einbeziehung der großen Rehakliniken und mittelständischen Gesundheitsanbieter in der Region.
  4. Erhalt und Schärfung des gesundheitstouristischen Profils Scheideggs in der Angebotsnische „Glutenfrei resp. Allergenfrei Scheidegg“ mit Strahlkraft für die gesamte touristische Region.

Bezug zum Programm

3GW07 - Wissen zur Gesundheitsprävention vermitteln und beispielgebende Maßnahmen umsetzen