SharedSpace-Doren

Steigerung der Attraktivität des Dorfkerns durch einen Shared Space Ansatz, Machbarkeitsprüfung

Projektdauer: 11.03.2016 - 31.03.2019

Projektträger

Gemeinde Doren

Kirchdorf 168

6933 Doren

Kurzbeschreibung

Im Zuge eines Gemeindeentwicklungsprozesses (2012) in der Gemeinde Doren wurde deutlich, dass ein Schlüssel zur Ortskerngestaltung in der Gestaltung der Ortsdurchfahrt liegt. Die Aufwertung des Dorfkernes und der Wohnqualität bedingt auch eine höhere Attraktivität der Fuß- und Radwege im Ort, speziell im Zentrum. Die Landesstraße, früher „Lebensader“, führt mit steigenden Verkehrszahlen direkt durch das Ortszentrum und reduziert die Lebens- und Wohnqualität. Die Gleichstellung der Verkehrsteilnehmer (Shared Space) ist eine Voraussetzung, um das Gleichgewicht im Ortskern wiederherzustellen bzw. die Ortskernentwicklung generell zu ermöglichen. Die von der Firma Besch und Partner ausgeführte Ideenstudie hat viele Bürger davon überzeugt, dass eine Steigerung der Wohnqualität im Zentrum möglich ist.

Zunehmende Meinung: Eine Umgestaltung der Durchzugsstraße und die Gestaltung von Fuß- und Radwegen führt im Dorfzentrum zu höherer Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste, belebt die Nahversorgung, Wirtschaft und Tourismus und lassen Orte der Begegnung entstehen.

Mit dem LEADER-Projekt beabsichtigt die Gemeinde Doren (gut 1000 Einwohner) einen beispielgebenden Planungsprozess auszuführen, der zu einer Umgestaltung des Zentrums durch die Implementierung eines Shared Space Konzeptes führt. In enger Zusammenarbeit mit der Landesstraßenplanung, den Behörden, Fachplanern und Bevölkerungsgruppen werden Möglichkeiten zur Umsetzung eines Shared Space Konzepts ermittelt. Umfangreiche fachliche und emotionale Auseinandersetzungen mit Behörden, Anrainern und Bevölkerung sind notwendig, um neue Wege der Ortszentrums-Entwicklung in ländlichen Gemeinden wie Doren zu finden. Es geht dabei um Schaffung von Orten der Begegnung, die Bürger sollen zusammengeführt werden, die neue Mobilität, die Nahversorgung, das Zentrumsleben soll gestärkt werden und die Generationen im Ort sollen sich an gemeinsamen Plätzen begegnen und austauschen. Zusammen mit dem ÖPNV könnte hierfür ein Shared Space die Lösung sein.

Das Projekt gliedert sich in 3 Phasen:

  1. Fachliche Aufbereitung von Gestaltungsvarianten
  2. Politische öffentliche Auseinandersetzung - Partizipation
  3. Machbarkeitsprüfung (Akzeptanz, behördlich, finanziell).

Als Ergebnis werden Grundsatzvereinbarungen, -entscheidungen und Grundlagen für die Ausführungsplanung erwartet. Zusätzlich entsteht ein Leitfaden als Vorbild für Planungsprozesse in weiteren Gemeinden mit ähnlichen Voraussetzungen. Der Ansatz soll für eine Durchzugs-Pendlerstraße „am Land“ völlig neu und innovativ gedacht werden

Ausgangslage

Einst waren Straßen durch eine Ortschaft begehrt und haben Dörfer belebt. Auf Grund des immer steigenden Verkehrsaufkommens hat sich die Ortsdurchfahrt zu einem trennenden und für die Wohnqualität störenden Element entwickelt. In vielen Dörfern des ländlichen Gebietes ist eine Zentrumsflucht eingetreten und der Gebäudeleerstand ist dramatisch angestiegen. Mit dem fehlenden Leben im Zentrum sind auch der Handel und die Nahversorgung rückläufig. In verkehrsberuhigten Dörfern ist ein Umkehrtrend festzustellen. Die Gestaltung der Dorfzentren ist nahezu zwingend mit der Verkehrsraumgestaltung (Beruhigung) verbunden. Umfahrungen von Ortszentren sind oft nicht so einfach möglich und so bedarf es alternativer Formen um die Wohnqualität zurück in das Dorf zu holen. Der Shared Space Ansatz erscheint besonders interessant, weil es die Verkehrsteilnehmer gleichstellt und zu einer Entschleunigung (Beruhigung) führt.  Dies wiederum macht das Wohnen im Zentrum wieder attraktiv. Auch die Ansiedelung neuer Services, Kleingewerbe und Nahversorgungseinrichtungen werden durch attraktive Dorfkerne gefördert. Weiter ist zu beobachten, dass in  verkehrsberuhigten Zonen die alte Bausubstanz verstärkt genutzt wird. Die Diskussion über den Verkehr bzw. Verkehrsvermeidung führt zu einer erhöhten Sensibilität für den NMIV (nicht motorisierten Individualverkehr).

Die Gleichstellung der Verkehrsteilnehmer ist zum Schlüssel einer Ortsentwicklung geworden.

Die Gemeinde Doren hat in einem Gemeindeentwicklungsprozess (2012) festgestellt, dass die Ortsdurchfahrt ein Schlüssel zu Zentrumsgestaltung darstellt und hat deshalb eine Studie zum Thema Shared Space in Auftrag gegeben. Die von Besch und Partner ausgeführte Vorstudie zeigt Lösungsansätze auf und ermutigt Gemeindeverantwortliche, den Gedanken weiter zu verfolgen und die Machbarkeit und die Auswirkungen sowie die Bereitschaft in der Bevölkerung vertieft zu untersuchen.  

Ziele/Wirkung

Ziel des Projektes ist es, am Beispiel Doren aufzuzeigen, wie eine Ortszentrumsgestaltung in Verbindung mit der Verkehrsraumgestaltung bzw. Shared Space Ansatz möglich ist bzw. Synergien bewirkt. Das Projekt soll zur Umgestaltung der Durchzugsstraße führen und den Treffpunkt Ortszentrum attraktiver machen bzw. den einheimischen Bürger und den Gast zum Aufenthalt im Zentrum einladen. Das Projekt soll dazu beitragen, dass die Bevölkerung die Nahversorgung verstärkt zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt. Die Schul- und Kirchwege sollen durch das Projekt sicherer werden. Generell soll sich das Projekt positiv auf die Entwicklung einer Mobilitätskultur in der Bevölkerung auswirken. Der Anteil an nicht motorisierten Besorgungen im Ort soll durch das Projekt erhöht und damit CO2 Ausstoß verringert werden. Zusätzlich sollen die Themen, wie: verdichteter und leistbarer Wohnbau in Zentrumsnähe und neue Mobilitätsformen, thematisiert und die Diskussion angestoßen werden. Das Projekt soll Vorbild für weitere Planungsprozesse in ländlichen Gemeinden sein.

Inhalte

Inhalt des Projektes ist die intensive fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Shared Space in ländlichen Gemeinden am Beispiel Doren. In der  ersten Phase werden fundierte Grundlagen für einen innerörtlichen Planungsprozess geschaffen. Die Konzepte werden in enger Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen des Landes erarbeitet und kommunikationsfähig aufbereitet.

Nach thematischen Arbeitsgruppengesprächen mit Betroffenen in der Gemeinde erfolgt die Vorbereitung und Umsetzung öffentlicher Veranstaltungen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Machbarkeitsprüfung ein. Die Machbarkeitsprüfung umfasst die Akzeptanz in der Bevölkerung, die organisatorische,  rechtliche und  technische Machbarkeit als auch die Finanzierbarkeit.

Die anfallenden Arbeiten werden wie folgt ausgeführt:

(Personalkosten) Die Koordinierungs- und die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt durch Gemeindebedienstete. Dies betrifft die Organisation der Arbeitsgruppen, die Termine mit den Experten und bei den Fachabteilungen des Landes, die Bewerbung der öffentlichen Veranstaltungen und deren Organisation.

(Sachkosten externer Dienstleistungen) Die Expertenleistung betrifft die Beratung: in der Prozessgestaltung und Begleitung, in rechtlicher Hinsicht, die technische Planung im Zusammenhang mit dem Shared Space Ansatz in Doren.

Die Mitarbeit der Fachabteilungen des Landes wird in allen Phasen des Projektes erbeten und wird nicht als Ausgabenwirksam kalkuliert.

Resultate

Ergebnis des Projektes ist die dargelegte Machbarkeitsprüfung unter Einbezug wichtiger Stakeholder der Gemeinde, Region und dem Land. Zudem wird als Ergebnis eine Dokumentation erwartet, die den Planungsprozess veranschaulicht und es für Gemeinden, die ähnlich gelagert sind, ermöglicht, den Planungsprozess als Leitfaden zu verwenden.

Output: es werden sich mehr als 60 Personen an dem Prozess beteiligen, mit dem Projekt werden bestehende Objekte (2) durch erweiterte Funktionen im Zentrum besser genutzt; ein Leitfaden für einen Planungsprozess ist entstanden.

Es sind Planungsgrundlagen für eine Umsetzung geschaffen, Vorvereinbarungen getroffen und Vorentscheidungen in der Gemeindevertretung gefällt.

Bezug zum Programm

3 WS04 Konzepte neuer Wohnqualität und „Shared Space“ Ansätze beispielgebend erarbeiten
Das Projekt entspricht den Zielen der LES2020 der Regio-V, den Energiezielen des Landes, EU-GSR Thematischen Zielen 09-POV.1 bzw. der ländlichen Entwicklung im Schwerpunkt 6b.

Weitere Informationen

Entstehung: Die Projektidee entstand im Rahmen eines Gemeindeentwicklungsprojektes und wurde seinerzeit (2012) von vielen Bürgern gutgeheißen. Durch die Ideenstudie der Firma Besch und Partner und durch das Aufzeigen von Beispielen aus dem eher urbanen Raum, hat sich die Zuversicht genährt, dass der Shared Space Ansatz (Gleichstellung der Verkehrsteilnehmer) ein wichtiger Ansatz zur Gestaltung von Dörfern in ländlichen Gebieten sein kann. Diese Erkenntnis hat in der Folge auch Niederschlag in der Entwicklung der LES2020 der Regio-V gefunden. Die Erarbeitung eines Shared Space Ansatzes ist daher als eine Maßnahme in der LES2020 verankert. Vorgespräche mit dem Landes-Straßenbauamt (Grundbesitzer) wurden im Vorfeld getätigt. Es besteht ein generelles Interesse für eine weitere Zusammenarbeit. Die Gemeinde Doren ist bereit, in dieser Angelegenheit als Pilotgemeinde zur Verfügung zu stehen.