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Wie Gemeinden mehr Naturvielfalt ermöglichen können

16. April 2026


                        
                            Wie Gemeinden mehr Naturvielfalt ermöglichen können
                        
                        © Foto: REGIO Klostertal-Arlberg Bauhofmitarbeitende lernten beim Workshop, wie sie zu mehr Naturvielfalt beitragen können.

                        
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                        © Foto: REGIO Klostertal-Arlberg

                        
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                        © Foto: REGIO Klostertal-Arlberg
Projekt

Vom seltenen Neuntöter über Brombeeren bis zu Neophyten: In den Gemeinden der Region Klostertal-Arlberg leben verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Wie Bauhofmitarbeitende zur ökologischen Grünraumpflege beitragen können, stand im Fokus eines Workshops Mitte April. Die Botschaft war klar: Schon kleine Maßnahmen erzeugen große Wirkung.

Die Regio Klostertal-Arlberg hatte im Jahr 2025 bei der Challenge „Ferien für den Rasenmäher“ des Projekts GE_NOW den Preis in der Kategorie Gemeinden gewonnen. Als Gewinn waren die Bauhofmitarbeitenden zum Start der Wachstumsphase eingeladen, ihr Wissen zum Thema „Ökologische Grünraumpflege“ zu erweitern. Bei einem halbtägigen Workshop am 15. April erhielten Vertreter:innen der Gemeinden Dalaas, Klösterle, Innerbraz und Bludenz in Theorie und Praxis Informationen zum Umgang mit Grünflächen, Biodiversität und Pflegekonzepten.

Wichtigkeit der Vielfalt an Pflanzen und Tieren

Katrin Löning führte durch die Veranstaltung. Sie ist Expertin für naturnahe Grünraumpflege und Biodiversitätsförderung und begleitet Gemeinden sowie Bauhöfe bei der ökologischen Gestaltung und Pflege öffentlicher Flächen. Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf der Bedeutung der Artenvielfalt, insbesondere im Vergleich zwischen unterschiedlichen Regionen. In Tälern wie dem Klostertal ist noch eine hohe Biodiversität vorhanden, während in anderen Regionen bereits stärkere Rückgänge zu beobachten sind.

Besonders intensiv diskutiert wurde das Thema Neophyten (nicht einheimische Pflanzenarten), das aktuell als dringendes Handlungsfeld gilt, da sich einige dieser Pflanzen stark ausbreiten. Auch lokale Beobachtungen wurden eingebracht, etwa das Vorkommen von Brombeeren in Innerbraz oder des Neuntöters in Außerbraz.

Ein weiterer Fokus lag auf der ökologischen Bedeutung von Insekten. Es wurde betont, dass die Bestäubung nicht nur durch Honigbienen erfolgt, sondern durch eine Vielzahl von Arten, deren Rückgang gravierende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat.

Ökologische Pflege von Grünflächen

Im praktischen Teil wurden direkt umsetzbare Maßnahmen zur ökologischen Grünraumpflege vermittelt:

  • Seltener mähen zugunsten der Artenvielfalt
  • Mähgut entfernen, um nährstoffarme Standorte zu erhalten
  • Schnitthöhe circa 8 cm
  • Beim Mähen Teilflächen stehen lassen
  • Asynchron mähen, insbesondere entlang von Straßenrändern 
  • Zweitblüten durch gezielte Mahd im Sommer fördern

Zudem wurde die Bedeutung von Übergangsbereichen (z. B. Waldränder) hervorgehoben, da diese besonders artenreich sind.

Wichtige Rolle der Gemeinden und Bauhöfe

Die Gemeinden und insbesondere die Bauhöfe wurden als zentrale Akteur:innen und Vorbilder gesehen. Ihnen kommt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Kommunikation naturnaher Pflegekonzepte zu. Auffallend war das große Engagement der Bauhofmitarbeiter:innen: Sie zeigten sich sehr aufgeschlossen gegenüber den vorgestellten Ansätzen und brachten eigene Themen, Erfahrungen und Fragestellungen rund um die Grünraumpflege und Biodiversität ein.

Ein wichtiger Diskussionspunkt war die Wahrnehmung in der Bevölkerung: Naturnahe Pflege bedeutet häufig, bewusst weniger einzugreifen und Flächen seltener zu mähen. Dieses „Weniger tun“ wird jedoch oft als Untätigkeit missverstanden. Umso wichtiger ist es, aktiv zu kommunizieren, dass diese Form der Bewirtschaftung gezielt erfolgt und einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leistet. Eine klare Kommunikation im Sinne von „Wir tun etwas für die Artenvielfalt“ wurde dabei als entscheidend für die Akzeptanz in der Bevölkerung genannt.

Kleine Veränderungen können Großes bewirken

Der Workshop zeigte deutlich, dass durch angepasste Pflegekonzepte und gezielte Maßnahmen ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet werden kann. Bereits kleine Veränderungen in der Bewirtschaftung von Grünflächen können große ökologische Effekte erzielen.

Die teilnehmenden Gemeinden erhielten praxisnahe Impulse, um ihre Flächen nachhaltiger zu bewirtschaften und gleichzeitig die Bevölkerung stärker für das Thema zu sensibilisieren.

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