Verdichtung mit Plan in Thüringerberg

Sollte auf das Grundstück ein öffentlicher Spielplatz? Wie schaut es aus, wenn dreistöckige Gebäude entstehen? Auf dem Plan hat die Gruppe verschiedene Möglichkeiten ausprobiert.
Sollte auf das Grundstück ein öffentlicher Spielplatz? Wie schaut es aus, wenn dreistöckige Gebäude entstehen? Auf dem Plan hat die Gruppe verschiedene Möglichkeiten ausprobiert.
29.03.2022

Die Gemeinde Thüringerberg besitzt ein bebaubares Grundstück in zentraler Lage. In einem halbtägigen Planspiel haben Gemeindeverantwortliche und Anrainer*innen diskutiert, wie das Grundstück bestmöglich genutzt werden könnte. Zuvor hatte sich die Gemeinde bereits im Rahmen von Vorträgen und Besichtigungen mit dem Thema gemeinschaftliches Wohnen vertraut gemacht.

Laut Bürgermeister Wilhelm Müller ist es ein Ziel der Gemeinde, die Einwohner*innenzahl in den nächsten Jahren langsam zu steigern. Gleichzeitig ist es für Thüringerberg ein Anliegen, leistbares Wohnen zu ermöglichen. Hier könnten gemeinschaftliche Wohnformen eine interessante Möglichkeit bieten. Ein 5.000 m2 großes gemeindeeigenes Grundstück in zentraler Lage könnte in diesem Zusammenhang genutzt werden.

Mehrere Gemeindeverantwortliche haben sich kürzlich mit dem Thema gemeinschaftlich Bauen und Wohnen auseinandergesetzt und an der Veranstaltungsreihe für Gemeinden von Neue Nachbarschaft teilgenommen. Das Planspiel bot am 25. März 2022 eine zusätzliche Gelegenheit, das Thema weiter zu vertiefen. Die siebenköpfige Gruppe setzte sich aus Gemeindevertreter*innen und Anrainer*innen zusammen.

Perspektivenwechsel bereichert die Diskussion

Senior*in, Umweltbeauftragte*r, Bürgermeister*in: Eine zentrale Vorgabe ist es, dass die Teilnehmenden für das Planspiel in vordefinierte Rollen schlüpfen. So bildeten sich die Teams Gemeinwohl, Bewohner*innen und Nachhaltigkeit, die die Fragestellung innerhalb der Teams bearbeiteten. Zu Beginn der anschließenden Gruppendiskussion wurde der Gebäudebestand rund um das diskutierte Grundstück auf dem Plan mit weißen Bauklötzchen veranschaulicht. Hier wurde deutlich: Viele der bestehenden Gebäude werden derzeit mit zu wenigen Personen genutzt. Einige Gebäude könnten durch Sanierungen und Erweiterungen in Zukunft mehr Wohnraum bieten.

In der Diskussion wurden die Möglichkeiten aus Sicht der verschiedenen Rollen besprochen. Mit den holzfarbenen Klötzchen testete die Gruppe verschiedene Varianten, wie eine neue Bebauung aussehen könnte. Wieviel unbebaute Fläche kann erhalten bleiben, wenn die Gebäude drei statt zwei Stockwerke hoch sind? Wie schaut es aus, wenn die Gebäude nicht alle einzeln stehen sondern zum Teil als Block erstellt werden? Wo müssten Fuß- und Radwege verlaufen, um eine gute Anbindung an zentrale Orte sicherzustellen? Auch Gemeinschafts- und Gewerbeflächen wurden mit orangefarbenen und grauen Klötzchen visualisiert.

Umgebung und Grundstück gemeinsam diskutieren

In der Schlussrunde war sich die Gruppe einig: Die Betrachtung der Situation aus vorgegebenen Rollen ist eine Bereicherung für die Diskussion und macht es möglich, keine wichtige Sichtweise zu vergessen. Die Gemeindeverantwortlichen werden das Thema weiter bearbeiten und gesamthaft betrachten, unter Einbeziehung der umliegenden Gebäude. Ein erster Umsetzungsschritt könnte die Erstellung einer neuen Fuß- und Radverbindung durch das Grundstück sein, von der auch die jetzigen Anrainer*innen profitieren.

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Veranstaltung